Stadt Leinfelden-Echterdingen

Von Brezeln und Benediktinern

Eine wahre Bildungsreise haben die „Oldies“ der Freiwilligen Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen mit ihren Partnerinnen am 21. Mai 2026 hingelegt. Mit allen fünf Mannschaftsbussen der Gesamtwehr ging die Fahrt zuerst nach Calw-Oberriedt. Dort steht die Zentrale der Bäckerei und Konditorei Raisch, die mit 41 Filialen in der Region präsent ist, seit Kurzem auch in Echterdingen und Waldenbuch. Vor Ort gab es einen herzlichen Empfang von den Gründern Linda und Udo Raisch, Tochter und Schwiegersohn des bekannten Bäckers Donner in Leinfelden. Udo Raisch ist bei Ewald Donner in die Lehre gegangen und der weithin geschätzten Qualität seines Lehrmeisters fühlt er sich bis heute verpflichtet. Mit seiner Familie hat er seit 1991 ein schnell wachsendes Bäckereiunternehmen mit heute über 800 Beschäftigten aufgebaut. Die Kinder der Raischs – eine Tochter und zwei Söhne – arbeiten in verantwortlichen Positionen im Unternehmen mit.

Das und noch viel mehr erzählten er und sein Sohn Maximilian persönlich den Gästen, die in zwei Gruppen durch den beeindruckenden Betrieb geführt wurden. In der Produktion backen rund 170 bis 180 Mitarbeitende Bretzeln, Brötchen, Croissants, Brote aller Arten, Kuchen, Torten und noch viel mehr. Besonders fasziniert waren die Besucherinnen und Besucher von der „Bretzelmaschine“, die Laugenbretzeln in Sekundenschnelle „verknotet“ und in Form bringt, bis zu 25.000 Stück am Tag.

Im Anschluss an die Führungen bewirteten die Raischs die Feuerwehrangehörigen in ihrem Restaurant mit leckeren regionalen Gerichten.

Damit war der Ausflug noch nicht zu Ende. Nach dem Essen ging es ins zehn Minuten entfernte Hirsau zur Besichtigung der Klosterruine. Zwei Guides führten die wiederum in zwei Gruppen aufgeteilten 44 Teilnehmerinnen und Teilnehmer durch die mächtige Klosteranlage mit den Resten der pittoresken Buntsandsteinmauern, Türme und Spitzbogenfenster, ursprünglich aus dem 11. Jahrhundert. Das Benediktinerkloster war in seiner Blütezeit eines der bedeutendsten Klöster Deutschlands und verfügte mit seinem rund 100 Meter langen Kirchenschiff über das größte nördlich der Alpen. Ende des 16. Jahrhunderts bauten die württembergischen Herzöge noch ein Schloss im Renaissancestil daneben. Das war während des pfälzischen Erbfolgekriegs anno 1692 dem französischen General Mélac unter dem Sonnenkönig Ludwig XIV. ein Dorn im Auge, denn er ließ in der Region alles zerstören, was nach „Château“ aussah (z. B. auch Schloss Heidelberg), leider auch das benachbarte Kloster. Seitdem ist die Anlage eine Ruine, die aber in ihrer Größe immer noch beeindruckt. Den Rundgang mit der wechselvollen Geschichte des Klosters und des Schlosses genossen die Oldies bei herrlichem Wetter und angenehmen Temperaturen. Zeitig trat man die Rückfahrt an, denn die Jugendfeuerwehr benötigte sämtliche MTWs ab 17 Uhr zur Vorbereitung ihres Pfingstzeltlagers. Ein rundum gelungener Ausflug.