Stadt Leinfelden-Echterdingen

Geschichte der Abteilung Leinfelden

16. bis 19. Jahrhundert:

Diese Chronik vom Gerätebestand und der Geschichte der heutigen Abteilung Leinfelden der Freiwilligen Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen zusammenzustellen, erwies sich als nicht ganz einfach. Beim Brand des Leinfelder Rathauses 1944 fielen fast sämtliche Unterlagen den Flammen zum Opfer. Darum stützt sich diese Darstellung bis dahin weitgehend auf Erinnerungen älterer Feuerwehrmänner und bruchstückhaften Niederschriften aus benachbarten Rathäusern.

1524: Zum ersten Mal fand das „Leinfelder Ämtle“ Erwähnung. Eine Einrichtung zwischen den Gemeinden und dem Oberamt Stuttgart. Zu dieser Einrichtung gehörten die Gemeinden Musberg, Leinfelden, Oberaichen, Unteraichen, Stetten, Hof, Weidach und Rohr. Innerhalb dieser Einrichtung fand auch das Feuer­lösch­wesen statt.

1717: Erste Feuerspritze für das Leinfelder Ämtle sowie eine Feuerleiter und Feuerhaken für Musberg.

1821 - 1845: Das Leinfelder Ämtle löst sich auf und jede Gemeinde erlangt vollständige Selbst­ständig­keit. Beschaff­ung einer eigenen Fahrfeuerspritze (zusammen mit Leinfelden, Rohr, Oberaichen und Unter­aichen) die im Rathaus Musberg unter­gebracht war.

So ist einer Niederschrift aus dem Rathaus Musberg zu entnehmen, dass die damaligen Gemeinden Rohr, Musberg, Leinfelden, Ober- und Unteraichen im Jahr 1833 einen Fahrfeuerspritzenverband gründeten. Die Feuerspritze war im Musberger Rathaus untergebracht. 1845 wurde dieser Verband aufgelöst und die Gemeinden versteigerten die Spritze unter sich. Mit dem Höchstgebot von 526 Gulden ging die Spritze in das Eigentum der Gemeinde Leinfelden über.

Vermutlich bestanden in Leinfelden bereits vorher Löscheinrichtungen, wahrscheinlich auch Löschrotten. Sicher ist, dass es ab 1845 in Leinfelden eine eigene Feuerwehr gab (Zwangsfeuerwehr), in der beispielsweise das Melden und Hilfeholen durch Feuerreiter schon genauestens organisiert war.

20. Jahrhundert - 1900 bis 1945:

Gründungsphase bis 2. Weltkrieg

1902: Ablösung der Pflichtfeuerwehr durch die Freiwillige Feuerwehr Leinfelden - es war der Beginn der heutigen Einrichtung. Zu dieser Zeit holte man im alten Ortsteil Leinfelden das Löschwasser noch mit Eimern und Bütten von den Brunnen, wobei auch die Frauen mithalfen. Das besserte sich bald: Die Verlegung einer Wasserleitung in der Bergstraße (heute Lengenfeldstraße) brachte ab 1905 für das Feuerlöschen erhebliche Erleichterung; Hydranten ersparten das mühsame und zeitraubende Wassertragen. 1907 wurde auch Ober- und Unteraichen an die Leitung angeschlossen. Als weitere Geräte neben der erworbenen Fahrfeuerspritze waren im Jahre 1914 in allen drei Gemeinden je eine Handdruckspritze vorhanden.

Von den folgenden Jahren ist bekannt, dass unter Kommandant Wilhelm Lederer (1919 - 1933) erste Uniformen angeschafft wurden, auch Messinghelme, die bei jeder Übung zu tragen waren, so dass vom Erscheinungsbild her bereits eine gewisse Einheitlichkeit gegeben war. 1921 wurden die bis dahin verwendeten Anstelleitern durch eine 14 Meter lange mechanische Leiter ersetzt. Die 12 festgelegten Übungen pro Jahr wurden noch immer in jedem Ortsteil gesondert absolviert, mit Ausnahme der Hauptübung. Die erste große Übung wurde am 11. September 1927 am Bahnhof Leinfelden durchgeführt, zusammen mit der Sanitätskolonne Vaihingen des DRK und der Musberger Feuerwehr. Am 16. Juni 1929 fand der Bezirksfeuerwehrtag des Oberamts Stuttgart in Leinfelden statt; dabei führte die Leinfelder Feuerwehr eine große Übung am Gasthaus zum Adler vor. Nach dem Tod des Kommandanten Wilhelm Lederer trat 1933 Karl Lederer an seine Stelle, der bereits 1935 von Wilhelm Eckhardt abgelöst wurde. Zählte die Wehr 1924 noch immerhin 138 Mann, so verringerte sich diese Zahl in den folgenden Jahren kontinuierlich.

Während des Krieges wurden dann fast sämtliche Feuerwehrmänner eingezogen, so dass binnen kürzester Zeit mühsam eine neue Mannschaft aufgestellt und ausgebildet werden mußte. 1941 betrug die Wehrstärke nur noch 41 Mann.

Am 14. November 1942 wurde für die Freiwillige Feuerwehr Leinfelden ein TSA 8 (Tragkraftspritzenanhänger) angeschafft. Bereits wenige Tage später, am 22. November, erhielt er seine Feuertaufe beim Großangriff auf Stuttgart, wo die Leinfelder Wehr 5 Tage ohne Unterbrechung im Einsatz war. In diesen Tagen fielen sämtliche anderen Geräte in den Geräteräumen der Feuerwehren Leinfelden, Ober- und Unteraichen den Luftangriffen zum Opfer.

20. Jahrhundert - 1940-/1950-iger Jahre:

Nachkriegszeit und Wiederaufbau

Während der Raum in Oberaichen wieder aufgebaut werden konnte und noch bis 1955 als Gerätelager diente wurde in Unteraichen ein neuer provisorischer Raum geschaffen. Der TSA 8 kam in der folgenden Zeit noch häufig zu Einsätzen, auch in Echterdingen und Bernhausen. Nach Kriegsende wurde die Leinfelder Feuerwehr, wie alle anderen auch, auf Befehl der amerikanischen Militärregierung aufgelöst. Aber schon 1946 griff man den Gedanken eines vorläufigen Feuerschutzes wieder auf. Kommandant Eckhardt wurde seiner Stellung enthoben, war jedoch weiterhin in beratender Funktion tätig. Am 20. Januar 1946 wurden sämtliche männlichen Bürger zwischen 18 und 55 Jahren erfasst und zum Brandschutz rekrutiert. Neuer Kommandant wurde Wilhelm Keppler.

Schwere Zeiten für die Feuerwehr in der Nachkriegszeit, denn es mangelte an Geräten, Räumlichkeiten und Mannschaft. 1949 erreichte der Mannschaftsstand eine Stärke von gerade 49 Mann. In Oberaichen wurde in einem Schuppen neben dem Backhaus eine Handziehkarre untergestellt, ebenso in Unteraichen hinter dem Milchhaus. Am 1. Oktober 1949 wurde Wilhelm Eckhardt wieder zum Kommandanten gewählt, Wilhelm Keppler zu seinem Stellvertreter.

1950-iger Jahre:

Im Jahr 1952 entschloß man sich zum Bau des heutigen Gerätehauses Leinfelden. Nach einem vorübergehenden Baustopp aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte es am 26. Juni 1954 anlässlich des Kreisfeuerwehrtages feierlich übergeben werden. Es war das erste Gerätehaus, das in der Nachkriegszeit im Kreis Böblingen erstellt worden war. Am selben Tag bekam die Wehr obendrein ein nagelneues Fahrzeug, das erste KLF 6 auf Opel Blitz des Landes Baden-Württemberg. Darum schien das neue Gebäude vielen als zu groß geraten, nachdem die Feuerwehr lediglich im Besitz eines einzigen Motorfahrzeugs war. Ein Teil der Garage diente deshalb der Stuttgarter Straßenbahn als Abstellplatz für einen Bus, im nördlichen Teil des Hauses war der Städtische Bauhof untergebracht. Auch die bis dato selbstständige Löschgruppe Unteraichen zog 1954 ebenfalls in das neue Gerätehaus ein und integrierte sich so in die Leinfeldener Feuerwehr.

Die Ausrüstung wuchs jedoch zusehends; bereits im Oktober 1959 konnte das erste große Tanklöschfahrzeug, ein TLF 16 auf Mercedes-Benz 311 mit Metz-Aufbau, übergeben werden. Der Preis: 64.000 DM. Bald zeigte sich, dass man nicht genug Fahrer für das neue TLF 16 hatte. Erfreulicherweise erklärte sich die Gemeinde bereit, für drei Feuerwehrmänner die Kosten eines Führerscheins der Klasse 2 zu übernehmen.

20. Jahrhundert - 1960-/1970-iger Jahre:

Von Wirtschaftswunder bis schrill-bunt (1960-iger + 1970-iger Jahre)

1960-iger Jahre:

Mittlerweile war die Wehr durch das Regierungspräsidium zur Stützpunktwehr der Orte Musberg, Steinenbronn und Waldenbuch erklärt worden. Die Übungen mussten erweitert werden. 1960 wurde zum ersten Mal ein regelgerechter Dienstplan für das erste Halbjahr aufgestellt. Nun übte auch die immer noch eigenständige Löschgruppe Oberaichen am Leinfelder Gerätehaus.

Am 12. Dezember 1960 wurde durch die Firma Siemens eine Weckerlinie mit 33 Weckern und 30 Feuermeldern eingerichtet und der Wehr übergeben. Die Feuerwehrmänner konnten sich nur schwer mit der neuen teuren Technik anfreunden - gleich in der ersten Zeit brachte sie 3 blinde Alarme ein. Immerhin hatte die Anlage stolze 80.300 DM gekostet!

1962 beschloss der Gemeinderat die Anschaffung eines weiteren Löschfahrzeugs, eines LF 16 TS. Im gleichen Jahr feierte Kommandant Eckhardt sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Bei dieser Gelegenheit gab er sein Kommandantenamt an den einstimmig gewählten Karl Mamber ab. In Anerkennung seiner hohen Verdienste wurde Eckhardt zum Ehrenkommandanten ernannt.

Ein Jahr später (1963) konnte das LF 16 TS (MB 322 mit Ziegler-Aufbau) dann als drittes Einsatzfahrzeug in Betrieb genommen werden. Damit war der südliche Teil des Gerätehauses voll mit Feuerwehrfahrzeugen belegt.

Bedeutsam war 1964 die Einführung des Sprechfunks mit einer Feststation und einer Fahrzeugstation. Damit war eine ständige Sprechfunkverbindung zwischen Gerätehaus und Einsatzfahrzeug gewährleistet. Einen Kommandowagen (MB 180-Ponton) schaffte die Feuerwehr in Eigenleistung an. Er sollte zur schnellen Vorauserkundung eingesetzt werden. Im selben Jahr fand erstmal ein "Tag der offenen Tür" (Grundsteinlegung und Vorläufer des heutigen Marktplatzfestes) für die Leinfeldener Bürger statt. Mit Gründung der Jugendfeuerwehr 1965 begann eine neue Entwicklung des Mannschaftsbestandes. Diese Jugendgruppe (16 Jugendliche) war die erste dieser Art im Kreis Böblingen, geleitet von Günter Gisterer und Rudi Schröper. Seit nunmehr 35 Jahren "versorgt" sie die Freiwillige Feuerwehr Jahr für Jahr mit bereits bestens vorgeschultem Nachwuchs. Heute stammen etwa 74 % der aktiven Feuerwehrkameraden aus der Jugendfeuerwehr! 1968 konnte die Funkeinrichtung verbessert und eine Ölwehrausstattung wurde gekauft. Im gleichen Jahr wurde im Gerätehaus die Umstellung des Heizsystems von Kohle auf Öl vollzogen. Um die wertvolle und mittlerweile sehr starke Kameradschaft der Truppe auch nach Einsätzen oder Übungen im geselligen Kreis pflegen zu können, war schon lange der Wunsch gehegt worden, einen Gemeinschaftsraum einzurichten. Nun konnte er verwirklicht werden: Anstelle des Kohlenlagers entstand 1968 im Untergeschoss in viel Eigenarbeit das gemütliche "Florianstüble". Bald erfreute sich diese Neueinrichtung großer Beliebtheit innerhalb der Wehr, im Freundeskreis und auch bei benachbarten Wehren und entwickelte sich im Lauf der Jahre nach verschiedenen Umbau- und Erweiterungsphasen zu einem liebgewonnenen und mit vielen schönen Erinnerungen behafteten Kameradentreffpunkt, in dem sich auch die Angehörigen und Frauen der Kameraden wohlfühlen - bis heute!!

Wachsende Aufgaben im Katastrophenschutz führten 1969 dazu, dass der Gemeinderat beschloß, ein seit langem dringend benötigtes Drehleiterfahrzeug zu beschaffen: Eine DL 30 (später DLK 23-12). 

1970-iger Jahre: 

Die Übergabe der neuen DL 30 (MB 1313/Metz) erfolgte 1971. Damit hatte die Feuerwehr ein Gerät zur Verfügung, das sie seitdem bei der Brandbekämpfung und vor allem auch bei der Menschenrettung sehr erfolgreich einsetzt. Als weitere Fahrzeuge wurden ein zweites TLF 16/24 (MB 1113/Ziegler) und ein TroLF 750 (Trockenlöschfahrzeug 750 kg Pulver auf MB 408/Minimax) beantragt. Zeitgleich mit einem neuen Führungsfahrzeug (Kommandowagen) auf Opel Rekord C Caravan konnten diese Fahrzeuge 1972 feierlich übergeben und in Dienst gestellt werden.

Am 6. Oktober 1973 leiste die Leinfelder Feuerwehr im Rahmen der Überlandhilfe Löschunterstützung bei einem Großbrand eines Produktionsgebäudes des früheren Modellspielzeugherstellers Kindler & Briel (Kibri) in Böblingen.

Eine außergewöhnliche und für die damaligen Verhältnisse der frühen 70-iger Jahre nicht alltägliche und selbstverständliche Übung, die allen Beteiligten bis heute im Gedächtnis ist und an die sie sich alle sehr gerne erinnern, dürfte wohl der Antrittsbesuch der Leinfeldener Feuerwehr in der neuen südfranzösischen Partnerstadt Manosque und der dortigen Sapeurs Pompier sein. Nach langen und oftmals schwierigen Vorbereitungen durch eine kleine Gruppe um den damaligen Bürgermeister Eckhard Laible und Leinfeldens Kommandanten Karl Mamber erteilten die deutschen und französischen Behörden gleichermaßen ihre Genehmigungen, und so durfte die Feuerwehr Leinfelden im Juni 1974 (12./13.06.1974) gleich mit ihrem ganzen Löschzug, bestehend aus dem KdoW, dem TLF 16 und der Drehleiter, in die Provence fahren. Während die Kameraden aus Leinfelden bei großer Hitze in förmlicher und offizieller Art und Weise in ihren Ausgehunformen anreisten, empfingen sie die französischen Gastgeber leger und völlig unkompliziert in kurzen Hosen. Nach einem Schlauchplatzer der Manosquer Pompiers und der gemeinsamen Dusche anlässlich einer gemeinschaftlichen Löschübung und -vorführung, war das Eis dann schließlich zwischen den deutschen und französischen Kameraden gebrochen...

1975 (Gemeindereform und Gesamtwehrgründung):

Das Jahr 1975 eröffnete ein neues Kapitel in der Feuerwehrgeschichte. Durch die Gemeindereform wurden die ursprünglich selbstständigen Gemeinden Echterdingen, Leinfelden, Musberg und Stetten zur Großen Kreisstadt Leinfelden-Echterdingen zusammengeschlossen und dem Landkreis Esslingen zugeordnet. Die vier bis dato ebenfalls selbstständigen Feuerwehren schlossen sich am 29. August 1975 zu einem Verband zusammen, der aus vier selbständigen Abteilungen bestehen sollte. Die Freiwillige Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen wurde gegründet und Karl Mamber wurde zu ihrem ersten Stadtkommandanten gewählt.

Auch die Mannschaftsstärke begann wieder konstant anzuwachsen, darum war es bald nötig, den Gemeinschaftsraum zu vergrößern. 1975 wurde er mit Begeisterung wieder bezogen. Die Übergabe eines RW 2 auf MB 1113/Ziegler am 9. April 1975 bedeutete eine wertvolle Ergänzung des vorhandenen Gerätebestandes. Mit diesem Rüstwagen stand ein optimal ausgerüstetes Fahrzeug für technische Hilfeleistungen aller Art zur Verfügung.

(Heidebrand) 1975; Katschutzzug LE

Am 26. Februar 1976 ereignet sich bei der Fa. Rheinstahl (heute ThyssenKrupp-Aufzüge) in Neuhausen auf den Fildern mit 60 Mio. DM Schadenshöhe der bis dato größte Industriebrand in der Bundesrepublik. Die Feuerwehr aus Leinfelden-Echterdingen unterstützte auch hier, wie viele weitere Wehren aus der Umgebung, mit mehreren Fahrzeugen und ausreichend Mannschaftsstärke die Brandbekämpfung.

1977 (75 Jahre Abteilung Leinfelden):

Der Bestand der Freiwilligen Feuerwehr war nunmehr auf acht Fahrzeuge angewachsen - und das Gerätehaus mit seinen sechs Stellplätzen komplett belegt. Bei Einsätzen ging es mittlerweile sehr eng zu, da die Umkleidespinde sich noch immer hinter den Fahrzeugen in der Halle befanden. Von Unfallgefahren und der Abgasbelastung beim Starten der Fahrzeuge abgesehen, war es auch aufgrund der Mannschaftsstärke nötig, die Spinde zu verlagern. Darum wurde 1977 das Gerätehaus im hinteren Teil um einen kleinen Anbau mit einer Pkw-Garage erweitert. Im selben Jahr begeht die Abteilung Leinfelden ihr 75-jähriges Jubiläum. 

Ende der 70-iger Jahre erfolgten mehrere Ergänzungen und Wechsel innerhalb des Fahrzeugparks, etwa 1977 mit dem ersten Mannschaftstransporter auf einem gebrauchten Mercedes-Bus des Typs O 319. Dieser wurde auch für Einsätze im Bereich der Ölabwehr verwendet. Leider musste das Fahrzeug, das die Spitznamen "Öli" und "Ölbus" trug, im darauffolgenden Jahr (1978) aus technischen Gründen durch ein neues Transportermodell des Typs Mercedes T2 ersetzt werden.

In Albstadt im Zollern-Alb-Kreis ereignet sich am frühen Morgen des 3. September 1978 ein Erdbeben der Stärke 5,7. Unterstützung mit Kdow, DLK und RW

1979 wurde schließlich ein VW T2 Bully ursprünglich als zusätzlicher Mannschaftsbus (MTW) in den Fahrzeugpark aufgenommen. Später wurde dieser VW-Bus zu einem Spezialfahrzeug für kleinere technische Hilfeleistungen (Ölspuren, Türöffnungen und Wasserschäden) aufgrund der deutlichen Zunahme dieser Einsatzarten umgebaut. Das sogenannte "KEF" (Kleineinsatzfahrzeug) war geboren.

20. Jahrhundert - 1980-iger Jahre:

Zwischen Kalter Krieg und Wiedervereinigung

Der Plan, das Gerätehaus Leinfelden zu erweitern oder gar vollständig zu erneuern, war zum ersten Mal 1973 diskutiert worden. Man einigte sich auf einen Neubau, der auf dem Reißbrett bereits konkrete Formen angenommen hatte. Durch die Gemeindereform und die darauffolgende Zusammenlegung der vier Wehren wurden diese Pläne zunächst zurückgestellt.

Zwei größere Brände in Leinfelden sorgen 1982 für mediale Schlagzeilen über die Stadtgrenzen hinaus. Am 17. April kommt es in einem größeren Mehrfamilienhaus in der Geranienstraße zu einem ausgedehnten Dachstuhlbrand und am 21. August wird das Jugendhaus "AREAL" am Festplatz ein Raub der Flammen; es brennt bis auf die Grundmauern nieder.

Der technisch veraltete Zustand des TLF 16 (Bj. '59) machte es 1983 unumgänglich, ein neues Fahrzeug zu beschaffen. Ein direktes Nachfolgemodell gab es zu dieser Zeit nicht mehr; ersatzweise wählte man ein TLF 24/50 (MB 1922/Ziegler). Das war der erste konkrete Auslöser für die Vergrößerung des Gerätehauses: da es in den Fahrzeughallen immer noch eng zuging, paßte nun dieses neue Fahrzeug bei sehr vorsichtiger Fahrweise und mit eingeklappten Spiegeln gerade noch durch die Tore hindurch! Im gleichen Jahr mußte auch der Opel-KdoW ersetzt werden. Beim neuen Fahrzeug wurde wieder, wie bereits bei seinen Vorgänger, auf ein gebraucht erworbenes und in Eigenregie umgerüstetes Fahrzeug zurückgegreiffen. Diesmal handelte es sich um einen gebrauchterworbenen PKW aus der ersten Mercedes-Benz W123-Baureihe von 1975.

Nach mittlerweile 24 Jahren Amtszeit wurde Kommandant Karl Mamber 1986 von Dieter Hörz abgelöst. Am Vormittag des 4. August 1986 kommt es in einem Mehrfamilienhaus in der Raiffeisenstraße in Oberaichen zu einem ausgedehnten Dachstuhlbrand.

Die Arten und Anzahl der Einsätze veränderten sich deutlich. Es kommt zu weniger Bränden und immer mehr technischen Hilfeleistungen. Im Jahr 1986 überschreiten die Alarmierungen erstmals in der Abteilungsgeschichte die 100er Marke, so dass am Jahresende insgesamt 110 Einsätzen zu verzeichnen sind!

Die letzten größeren Anschaffungen vor dem Umbau des Gerätehauses wurden 1986 und im April 1987 getätigt: So kamen ein Mercedes-Benz Kleinbus als neuer Mannschaftswagen sowie für kleinere Einsätze oder zur Unterstützung der TLFs bzw. des RWs ein VW-Transporter T3 als KEF, ein Kleineinsatzfahrzeug, hinzu. Diese ersetzen jeweils ihre beiden Vorgängerfahrzeuge.

Da trotz der Tatsache, dass die Fahrzeuge teilweise hintereinander standen, die Fahrzeughallen komplett belegt waren, musste für das KEF in der Nachbarschaft eine Garage angemietet werden, was die Einsätze erheblich behinderte. Der Wunsch alle Fahrzeuge unter einem Doch unterzubringen, war ein weiterer Grund, das Leinfelder Gerätehaus, das zu diesem Zeitpunkt immerhin fast 40 Jahre alt war, nochmals zu erweitern.

Im Mai 1987 erteilte der Gemeinderat den Planungsauftrag, 15 Monate später erging der Baubeschluss. Am 19. September 1989 konnte dann endlich der lang ersehnte erste Spatenstich für den Umbau des Gerätehauses feierlich begangen werden. Die Freude war natürlich groß, denn nun war es ein Ende der unzumutbaren Bedingungen abzusehen. Doch auch der Umbau selber stellte die Feuerwehr vor größere Probleme, da ganz erhebliche Eingriffe in das alte Gebäude vorgenommen wurden, und gleichzeitig natürlich die Einsatzbereitschaft und die Unterbringung der Fahrzeuge gewährleistet sein musste. So wurde während des Umbaus z. B. die Jugendfeuerwehr vorübergehend ausquartiert und die Fahrzeuge mussten einige Tage im Freien verbringen, während die Hallen umgebaut wurden.

In der Nacht zum 19. Oktober 1988 ereignet sich in einem Zweifamilienhaus in der Waldenbucher Straße in Echterdingen eine schwere Gasexplosion. Hierbei werden leider eine Person getötet, eine weitere schwer verletzt.

20. Jahrhundert - 1990-iger Jahre:

Zeiten der Globalisierung und globalen Neuordnung

1990:

Im Jahr 1990 übernimmt Werner Kuttler das Amt des Abteilungskommandanten. Karl Mamber wurde zum Ehrenkommandanten der Abteilung Leinfelden ernannt und blieb noch bis 1990 Stadtbrandmeister.

Innerhalb einer Woche ziehen im Februar 1990 die beiden schwere Orkantiefs, Viven und Wibke, mit verheerender Kraft über Mitteleuropa. Es kommt zu zahlreichen sturmbedingten Einsätzen.

In Oberaichen brannte in der Nacht auf den 27. April in der Rohrer Straße ein Dachstuhl. Gut ein Vierteljahr später ereignete sich ein weiterer Großbrand in Leinfelden: in der Nacht zum 12. Juli 1990 zerstörte ein Dachstuhlbrand die berühmte "Komedescheuer" (Theaterscheune) der historischen Mäulesmühle im Siebenmühlental. Das Feuer verursachte einen Gesamtschaden von mehr als 250.000 DM.

1991:

Mit der Einweihung des "neuen" alten Gerätehauses am 31. August 1991 ging jedoch die Zeit aller Provisorien vorüber und die Abt. Leinfelden konnte ihr umgebautes und um drei Stellplätze erweitertes Gerätehaus beziehen, das zusammen mit dem benachbarten Rathaus ein eindrucksvolles Ensemble bildet, das die Stadtmitte von Leinfelden prägt. 3,7 Mio. DM wurden verbaut und nun standen also acht Stellplätze für Großfahrzeuge, ein Stellplatz für den KdoW, moderne Umkleide-, Wasch- und Nebenräume zur Verfügung. Auch Büroräume für den Stadt- und Abteilungs-kommandanten, den Jugendwart sowie ein großzügiger Schulungsraum befinden sich im jetzt Obergeschoss. Natürlich durfte auch das allen ans Herz gewachsene Florianstüble im umgebauten Haus nicht fehlen. In zeitgemäße Technik wurde natürlich auch investiert. So sind alle Feuerwehrfahrzeuge an ein Druckluft- und Ladeerhaltungssystem angeschlossen, so dass sie immer hundertprozentig einsatzbereit in den drei Hallen stehen. Auch eine Abgasabsaugung wurde installiert. In den nicht mehr zum Schläuche trocknen benötigten Turm wurde eine moderne Zentrale mit zwei Arbeitsplätzen eingebaut. Von hier aus lässt sich die gesamte Technik des Gebäudes steuern. Die Zentrale wird im Alarmfall besetzt und koordiniert in Zusammenarbeit mit der ständig besetzten Leitstelle des Landkreises den Einsatzablauf.

1992:

In den frühen Morgenstunden des 3. März 1992 verursacht ein Brand in der Schönbuchgrundschule in Leinfelden einen Schaden von rund 1 Millionen DM. Durch eindringendes Löschwasser wird teilweise auch das im Untergeschoss befindliche "Deutsche Spielkartenmuseum" in Mitleidenschaft gezogen.

Das nunmehr 29 Jahre alte LF 16 TS wurde im Sommer des Jahres 1992, also pünktlich zum 90. Jubiläum der Abteilung, durch ein neues LF 16/12 ersetzt. Das alte Fahrzeug wurde an unsere Partnerwehr in Justingen auf der Schwäbischen Alb abgegeben, wo es dort einen Tragkraftspritzenanhänger ersetzte und noch bis zum Jahr 2004 weiter im Einsatz sein wird. Das neue "Älläff" ist das Arbeitstier der Abteilung Leinfelden: Es ist das Fahrzeug mit dem Dank seiner umfangreichen Beladung die meisten Einsätze abgewickelt werden - egal ob es sich um Brand-, Hilfeleistungs- oder Umweltschutzeinsätze handelt.

Ein weiteres Jubiläumsgeschenk machte sich die Abteilung Leinfelden ebenfalls gleich selbst: zum zweiten Mal wurde das völlige neugestaltete "Florianstüble" im Untergeschoss, bedingt durch den Umbau des Gerätehauses in den Jahren 1989 - 1991, eingeweiht.

1993:

Eine weitere Ersatzbeschaffung wurde im Herbst 1993 getätigt. Eine damals drei Jahre alte Mercedes-Benz-Limousine (W124-Baureihe) wurde von der ortsansässigen Firma Roto Frank AG angekauft und bereits wie seine Vorgänger in Eigenleistung und mit der Untestüztung örtlicher Firmen zu einem ELW 1 (KdoW) umgebaut. Der Vorgänger musste aus Gründen des Alters und technischen Zustands ausgemustert werden. Kurz vor dem freitaglichen Übungsbeginn am 1. Oktober 1993 wurde die Abteilung Leinfelden zu einem Brand des zum damaligen Zeitpunkt in Sanierung befindlichen Hallenbads alarmiert. Hier war es unter der neuen Kupfer-Außenfassade zu einem ausgedehnten Schwelbrand gekommen. Am darauffolgenden frühen Montagmorgen (4. Oktober 1993) dann der nächste Tiefschlag für das "neue" Hallenbad. In den Kellerräumen war eine Wasserleitung geplatzt und mehrere hunderttausend Liter Wasser überfluteten die Keller- und Haustechnikräume.

1995:

Das Highlight des Jahres 1995 dürfte sicherlich die erste große Fahrradtour der Leinfeldener Feuerwehr - die "Deutschland-Tour" zur Partnerwehr in Tornesch-Esingen - sein. Nach einer anderthalbjährigen intensiven Vorbereitung und ausgeklügelten Organisation, insbesondere durch unsere beiden Feuerwehrkameraden Siegmund Speiser und Willi Jetter, setzten sich im Mai 20 Leinfeldenerinnen und Leinfeldener Feuerwehrler auf den Sattel und radelten über 900 km zur Waterkant. Die beiden Gründe, wieso die Radtour ausgerechnet zu diesem Zeitpunkt nach Norddeutschland ging, waren zum einen die Feierlichkeiten zum 75-jähriger Bestehen der Esinger Feuerwehr und zum anderen konnten die beiden Feuerwehren aus dem Schwabenland und Schleswig-Holstein auf eine im Jahr 1995 seit 25 Jahren währende Freund- und Partnerschaft zurückblicken!

1996:

Durch einen Brand der Dach- und Fassaden-Isolierung des Kleinen Saals der Filderhalle entsteht am 12. März 1996 nach ersten Schätzungen ein Schaden von rund 1,5 Mio. DM.

Nachdem sich bei unserer in die Jahre gekommenen Drehleiter (Baujahr 1971) öfters umfangreichere Reparaturen häuften und auch einzelne Ausfälle auftraten, wurde sie am 18. September 1996 durch eine 1,1 Mio. DM (ca. 560.000 Euro) teure "DLK 23-12 Vario GL CC" ersetzt. Den 14 Tonnen schweren Nachfolger auf Mercedes-Benz LN2 1524-Fahrgestell und Iveco-Magirus-Aufbau gab es zum Zeitpunkt ihrer Beschaffung in dieser Kombination nur äußerst selten in Deutschland. Die neue Drehleiter verfügt über etwa 240 PS die über ein Automatikgetriebe auf die Straße gebracht werden. Die Abkürzung CC steht für "Computer Controlled" - mehrere Mikroprozessoren steuern und überwachen sämtliche Bewegungsvorgänge und verhindern so Überlastungen oder gar ein Kippen des Fahrzeuges mit seinem bis auf 30 m Länge ausfahrbaren Leiterpark. Ein weiterer Grund für die Beschaffung war die für GL ("Gelenkleiter") stehende Raffinesse: Der 3,5 m lange oberste Leiterteil, der bis zu einem Winkel von 75° abgewinkelt werden kann und so das Erreichen von Galerien und Dachvorsprüngen ermöglicht. Zusätzlich erreicht das Fahrzeug dadurch eine niedrigere Gesamthöhe und passt so haargenau in die Fahrzeughalle.

Gleichzeitig mit der neuen DLK wurde ein TroLA - ein Trockenlöschanhänger bei der Abt. Leinfelden in Dienst gestellt. Hierbei wurde die Pulveranlage aus dem früheren TroLF 750 in Eigenleistung auf einen vormaligen Entgiftungsanhänger des Katastrophenschutzes verlastet. Zusammen mit dem TLF 24/50 als Zugfahrzeug erhielt man so praktisch ein "Universallöschfahrzeug", das alle in der Feuerwehr eingesetztem Löschmittel mit sich führte: Wasser, Schaummittel und Pulver. Das nun leere TroLF wurde 1994 (auch wieder in Eigenleistung) zu einem Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz (GW-Sonder) umgebaut. Es sorgte bei größeren Einsätzen im Stadtgebiet für den notwendigen Nachschub an Atemschutzgeräten, Druckluftflaschen und Atemschutzmasken. Des weiteren diente der Gerätewagen als Transportmittel für die umfangreiche Strahlenschutzausrüstung.

1999:

Mit insgesamt 197 Einsätzen markiert das Jahr 1999 die höchste Einsatzanzahl in der Abteilungsgeschichte. Insbesondere der Orkan "Lothar", der am zweiten Weihnachtsfeiertag (26. Dezember 1999) u. a. schwerpunktmäßig in Süddeutschland wütete und europaweit über einhundert Menschen das Leben kostete, sorgte auch in Leinfelden-Echterdingen am Feiertag selbst und den Tagen danach "zwischen den Jahren" für zahlreiche und zeitintensive sturmbedigte Unwettereinsätze.

Bereits am 4. Mai 1999 wurde der KdoW auf der Alarmfahrt zu einer ausgelösten Brandmeldeanlage in einen schweren Unfall verwickelt und erlitt dabei einen Totalschaden. Die beiden Feuerwehrkameraden (Fahrer und Zugführer) des Kommandowagen blieben zum Glück unverletzt.

 

21. Jahrhundert - 2000er Jahre:

Millenium - das neue Jahrtausend

2000:

Im Februar 2000 konnten sich die Leinfeldener Aktiven wieder auf ein neues Fahrzeug im Fuhrpark der Wehr freuen. Ein neuer KdoW (Kommandowagen) auf Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell ersetzte das im Vorjahr verunglückte Vorgängermodell. Bei diesem neuen Fahrzeug handelt es sich um ein ehemaliges Vorführ- und Messefahrzeug, welches fertig ausgerüstet von der DaimlerBenz AG zu günstigen Konditionen erworben werden konnte.

Ein schweres Hagelunwetter am Nachmittag des 6. Mai 2000 sorgte im Stadtgebiet von Leinfelden in kürzester Zeit für eine Vielzahl an Einsätzen. Trotz aufgrund der Tatsache, dass zuvor die Gesamtwehr LE in Musberg ein große Waldbrandübung abgehalten hatte und somit sämtliche Kräfte aus LE zur Nachbesprechung noch im dortigen Gerätehaus versammelt waren, konnten die zahlreichen Einsatzstellen nicht unverzüglich und parallel abgearbeitet werden. Da hierdurch sämtliche Fahrzeuge aus LE mit Mannschaft und Material gebunden waren, musste zur zusätzlichen Unterstützung die Feuerwehr Filderstadt-Bernhausen alarmiert werden.

Zum zweiten Mal nach 1995 radelt eine 18-köpfige Gruppe aus Leinfelden im Mai und Juni 2000 in die Ferne. Diesmal geht es über 1.000 Kilometer (!) als "Tour de France" südlich über die Alpen zur südfranzösischen Partnerstadt Manosque.

2001:

Kurz nach den Anschlagsereignissen des "11. Septembers 2001" in den USA und der anschließenden Vielzahl terroristischer Bedrohungen in Deutschland, kommt es im Oktober 2001 auch in Leinfelden-Echterdingen im Postgebäude in Unteraichen zu zwei Verdachtsfällen im Zusammenhang mit vermeintlichen Milzbranderregern (Antrax). Glücklicherweise konnte in beiden Fällen nach Untersuchungen Entwarnung gegeben werden, da sich die Pulverproben allesamt als ungefährlich herausstellten.

Ein neues Mannschaftstransportfahrzeug, ein Mercedes-Benz Sprinter, wurde, zusammen mit einem identischen Fahrzeug für die Abteilung Echterdingen, feierlich im November 2001 übergeben und in Dienst gestellt. Die ursprünglich weißen Grundmodelle der Kleinbusse wurden, wie bereits beim im Vorjahr in Dienst gestellten KdoW, anstatt in einer kompletten roten Lackierung mit einer leuchtroten bzw. reflektierenden Folienbeklebung ganz nach den Wünschen und Vorstellungen der Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen versehen. Der große Vorteil dieser Variante: Sie ist kostengünstiger gegenüber einer gewöhnlichen Lackierung bei gleichzeitig verbesserter Warn- und Signalwirkung.

Der Unterrichts- und Versammlungssaal im Obergeschoss des neuen Anbaus wurde im Dezember 2001 in Gedenken an den langjährigen Abteilungs- und Stadtkommandanten Karl Mamber in einer kleinen Feierstunde auf den Namen "Karl-Mamber-Saal" getauft. Anlass war hierfür die Enthüllung eines vom Künstler Walter Schimpf entworfenes Holzrelief. Es zeigt das Porträt von Karl Mamber, umgeben von den Elementen "Feuer" und "Wasser". Von Walter Schimpf stammt auch das Bildrelief im Treppenhaus des Gerätehauses, welches die drei Leinfeldener Ortsteile (Leinfelden, Ober- und Unteraichen) symbolisiert.

Vier Tage vor Heiligabend (20. Dezember 2001) zerstört ein ausgedehnter Vollbrand ein Asylbewerberheim in der Benzstraße im Leinfeldener Industriegebiet. Glücklicherweise können mehrere Angestellte des benachbarten Bauhofes rechtzeitig vier Personen leicht verletzt in Sicherheit bringen.

2002:

Auf 100 Jahre erfolgreichen Brandschutz durch freiwillige Feuerwehrleute konnte man im Jahr 2002 zurückblicken. Das große Jubiläum der Leinfeldener Abteilung wurde mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, allem voran das alljährliche Marktplatzfest mit einem viertägigen Rahmenprogramm im Sommer, gefeiert. Bereits im Juni stellte sich die Abteilung mit einem Tag der Leistungs- und Übungsschau in den drei Ortsteilen Leinfelden, Ober- und Unteraichen der Bevölkerung vor. Höhepunkte an diesem Tag waren eine historische Übung und die anschließende Eröffnung einer feuerwehrgeschichtlichen Ausstellung im Leinfelder Haus. Highlights während des Marktplatzfestes waren u. a. der Festakt, an dem zahlreiche befreundete Feuerwehren aus dem In- und Ausland teilnahmen, die Ausrichtung der Leistungsabzeichen-Abnahme auf Kreisebene sowie das "Festival L-E International" der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Hier ließen ein internationaler Spezialitäten- und Schlemmermarkt sowie Darbietungen aller befreundeter Städte und Organisationen der ausländischen Mitbürger der Großen Kreisstadt, die Feierlichkeiten zu einem unvergessenen Erlebnis werden.

Gleich zweimal innerhalb weniger Stunden wird die Feuerwehr am Vormittag des 4. Juni 2002 zur damaligen im Aus- und Umbau befindlichen Ludwig-Uhland-Schule in Leinfelden alarmiert. Dort erwartet die Rettungskräfte ein recht ungewöhnliches und gleichsam riskantes Einsatzszenario: bei Bauarbeiten im Innenhof werden vier Phosphor-Brandbomben aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt, diese können erfolgreich durch den Kampfmittelräumdienst entschärft werden.

Am frühen Morgen des Allerheiligenfeiertags (1. November 2002) gerät das Flachdach eines Fahrradständers an der Leinfeldener S-Bahnstation in Brand und wird dadurch vollständig zerstört.

2003:

Das Frühjahr 2003 stand aus Sicht der Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen im Zeichen des Wechsel in der Führungsebene. So wurde der neue Stadtkommandant sowie in den Abteilungen Echterdingen, Leinfelden und Musberg je neue Abteilungskommandanten gewählt. In der Leinfelden Abteilung setzte Wolfgang Benz seine Füße in die Stapfen von Vorgänger Werner Kuttler. Dieser bekleidet nun das Amt des Stadtkommandanten.

Im Mai 2003 findet seit mehr als einem Jahrzehnt wieder eine zweitägige Katastrophenschutzübung der Gesamtwehr im südbadischen Waldshut-Tiengen statt.

2005:

Das Jahr 2005 sollte leider als ein trauriges Jahr in die Geschichte der Abteilung eingehen. Für insgesamt fünf Personen in diesem Jahr kam leider jede Hilfe zu spät und konnten nicht mehr durch die Einsatzkräfte gerettet werden. Neben mehreren tödlichen Verkehrs- und Arbeitsunfällen sorgte ein verherrender Wohnungsbrand am 30. Januar 2005 im Bussardweg in Unteraichen, bei dem eine Person in den Flammen ums Leben kam, für eine große psychologische Belastung bei allen beteiligten Einsatzkräften.

Beinahe 10 Jahre nach der Drehleiter konnte wieder ein Großfahrzeug in die Leinfeldener Flotte aufgenommen werden - der neue Rüstwagen. Das knapp 399.000 Euro teure Fahrzeug besitzt im Gegensatz zu herkömmlichen Rüstwagentypen eine Ladebordwand am Heck. Ferner sorgen ein Automatikgetriebe, ABS, Schleuderketten, GPS-Navigation und eine Rückfahrkamera für ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit. Da der neue RW hauptsächlich auf den Gebieten der Technischen Hilfeleistung und des Umweltschutzes ausrückt, runden eine umfangreiche Geräteausstattung das neue Fahrzeug ab. Beim Fahrgestell wurde ein Mercedes-Benz Atego 1328 gewählt; der Geräteaufbau stammt aus dem Hause Magirus. Das 280 PS starke Fahrzeug konnte in einer Feierstunde am 8. April 2005, also fast auf den Tag genau 30 Jahre nach der Übergabe des alten RW, seiner Bestimmung übergeben werden.

2006:

Das Jahr 2006 sollte aus Sicht der Feuerwehrabteilung ebenfalls ein Schicksalsjahr werden. Als der "Schwarze Freitag" in der Geschichte der Abteilung Leinfelden ging wohl der 10. März 2006 ein. Auf der Einsatzfahrt zu einem Flughafen-Großalarm wurde das TLF 24/50 in einen schweren Verkehrsunfall verwickelt. Hierbei stürzte es auf einen PKW, für dessen Fahrer leider jede Hilfe zu spät kam. Er verstarb noch an der Unfallstelle. Die drei Feuerwehrkameraden des total zerstörten Tanklöschfahrzeugs erlitten mittlere bis schwere Verletzungen. Neben professioneller Unterstützung half hier vorallem die starke Kameradschaft untereinander, die traumatischen Erlebnisse dieses Abends innerhalb der Feuerwehr zu verarbeiten.

Seit Jahresbeginn 2006 erweiterte sich der Ausrückebereich der Abteilung Leinfelden. Nach über 32 Jahren wird die Drehleiter auch zu Brandeinsätzen wieder in die beiden Schönbuchgemeinden Steinenbronn und Waldenbuch im benachbarten Landkreis Böblingen alarmiert, und kommt somit im Rahmen der Überlandhilfe über die Kreisgrenzen zum Einsatz. In den kommenden Jahren wird sich die schnelle Unterstützung durch die Drehleiter aus L-E und die gute Zusammenarbeit der drei Feuerwehren bei zahlreiche Einsätzen, darunter einer Vielzahl von größeren Brände in beiden Gemeinden, bestens bewähren.

Im Frühjahr 2006 wird die digitale Alarmierung in der Abteilung Leinfelden eingeführt. Von nun an lösen moderne digitale Textmeldeempfänger die alten analogen "Piepser" der Feuerwehrkameradinnen und -kameraden ab und ersetzen diese.

Erstmals seit 14 Jahren legten am 24. Juni 2006 wieder eine Leinfeldener Gruppe in Remseck am Neckar erfolgreich das baden-württembergische Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Gold ab.

Eine etwas ungewöhnliche Übung fand am 29. Juli 2006 erstmals statt. Bei der Firma Clariant probten die beiden Feuerwehrabteilungen aus Leinfelden und Stuttgart-Vaihingen gemeinsam erfolgreich den Ernstfall. Die Gemeinschaftsübung ist seither ein fester Termin im Dienstplan beider Wehren und wird im jährlichen Wechsel abgehalten.

2008:

Gleich doppelten Anlass zur Freude hatte die Abteilung am 4. Juli 2008. Im Rahmen des Marktplatzfestes wurden das Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 (Mercedes-Benz Atego 1126 mit Rosenbauer-Aufbau) und der Gerätewagen Transport (Mercedes-Benz Sprinter 515 mit Renninger-Aufbau) - offiziell in den Einsatzdienst genommen. Die beiden dringend notwendigen Ersatzbeschaffungen u. a. für das verunfallte TLF 24/50 und den zum Zeitpunkt deutlich über 30 Jahre alten, schwer reparaturanfälligen Atemschutzwagen, sorgen somit für eine deutliche Steigerung der Einsatzbereitschaft und der Schlagkraft der Abteilung. Die Gesamtsumme beider Fahrzeuge belief sich auf 319.000 Euro.

2009:

Am 7. Februar kommt es in den frühen Morgenstunden in einem Mehrfamilienhaus im Ipfweg in Oberaichen zu einem ausgedehnten Dachstuhlbrand.

Dass eine Feuerwehr-Patenschaft nicht nur auf gegenseitige Besuche und Feierlichkeiten beschränkt ist, machte eine ungewöhnliche Hilfsaktion im Februar 2009 deutlich. Als Zeichen der Freundschaft sahen es die Kameraden aus Leinfelden an, dem an Leukämie (Blutkrebs) erkrankten Kameraden Stefan Häußermann aus Affalterbacher bei seiner Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender zu helfen. Bei einer Typisierungsaktion in Affalterbach ließen es sich mehrere Leinfeldener Feuerwehrangehörige nicht nehmen, sich für die Deutschen-Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. Im März wurde dann glücklicherweise ein genetisch übereinstimmender Stammzellenspender gefunden; die Therapie ließ sehr zuversichtlich auf baldige Heilung hoffen. Im Dezember 2009 leider dann der traurige Rückschlag: Stefan Häußermann verlor nach nur einem Jahr nach der Diagnose den Kampf gegen die bösartige und heimtückische Krankheit.

Auf eine 40-jährige tiefe Freundschaft mit der Feuerwehr aus Tornesch-Esingen konnte man im Jahr 2009 erfreut zurückblicken. Ein mehrtägiger Besuch der Leinfeldener Kameraden bei ihren norddeutschen Feuerwehrfreunden in bildete der Höhepunkt der Feierlichkeiten.

21. Jahrhundert - 2010er Jahre:

Globale Digitalisierung und Klimawandel

Nach 15 Jahren als Vize zieht sich Manfred Bäuerle 2011 aus der Abteilungsführung zurück. Da die stellvertretende Abteilungsführung künftig auf zwei Funktionsträger verteilt werden soll, erklärten sich zwei Kandidaten für die Besetzung dieser verantwortungsvollen Führungspositionen bereit: Bernd Fritz und Alexander Müller.

Dass sich in einem Jahr im Stadtteil Leinfelden gleich drei Großbränden ereigneten, dürfte eine kleine zugleich tragische Besonderheit in der Historie der Feuerwehrabteilung sein. In der Gladiolenstraße steht am 23. Februar 2011 ein leerstehendes und im Umbau befindliches Wonhaus im Vollbrand. Die Lösch- und Aufräumarbeiten zogen sich, auch aufgrund der frostigen Außentemperaturen von Minus 6 Grad Celsius, über gut 18 Stunden hin. Ein weiterer zeitintensiver Einsatz ereignete sich in einem Rohbau in der Unteraichener Fanny-Hensel-Straße am 14. Juni 2011. Hier brannte der halbfertige Dachstuhl in voller Ausdehung. Dieser Einsatz hatte die Feuerwehr über zwei Tage in Atem gehalten! Bei beiden Bränden kam glücklicherweise niemand zu Schaden und wurde verletzt. Tragisch jedoch endete gut eine Woche nach dem Dachstuhlbrand erneut ein Brand in Unteraichen. Am 20. Juni 2011 geriet quasi als Dé­jà-vu-Er­leb­nis erneut eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus im Bussardweg in Brand, bei dem leider erneut eine Person ums Leben kam. An dieser Stelle ist anzumerken, dass es sich diesmal um ein Nachbargebäude der betroffenen Wohnung handelte, in der es am 30. Januar 2005 gebrannt hatte und damals dort ebenfalls eine Person in den Flammen verstorben war. Alle drei Brandeinsätze brachte alle vier Einsatzabteilungen der Feuerwehr LE an ihre personellen und technischen Kapazitäts- und Leistungsgrenzen.

Erneut nach dem großen Jubiläum im Jahr 2002 findet eine Marketingkooperation der Stadt L-E und der Feuerwehrabteilung Leinfelden im Rahmen des Marktplatzfestes statt. Diesmal wird zusätzlich der Schwabengarten mit ins Boot geholt. Hintergrund: im Zusammenhang des zeitgleich stattfindenden Mittelaltermarktes säumen und verbinden 11 elektrische Flammenilluminationen stimmungsvoll den Weg vom Schwabengarten zum Marktplatz und markieren so den gemeinsamen Themenschwerpunkt von Feuer und Flamme.

2012:

Dass das Marktplatzfest, wie bereits mehrfach in der Vergangenheit geschehen, einen feierlichen und würdigen Rahmen für Fahrzeugeinweihungen bietet, hat in Leinfelden Tradition. Ein Novum dürfte allerdings die Übergabe und Indienststellung des neuen Einsatzleitwagens 1 (ELW 1) der Gesamtwehr LE am 6. Juli 2012 sein. Der Mercedes-Benz Sprinter wurde anschließend bei der Abteilung Echterdingen stationiert und ersetzte dort einen damals 21 Jahre alten Kommandowagen auf VW Passat.

2013:

Nach zehn Jahren als Abteilungskommandant in Leinfelden wird Wolfgang Benz im März 2013 im Rahmen der Hauptversammlung der Gesamtwehr zum neuen Stadtkommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen gewählt. Er tritt so die Nachfolge von Werner Kuttler an, der sich nach zwei Amtsperioden nicht mehr zur Wiederwahl in seiner Funktion aufstellen ließ. Neben dem neuen Stadtkommandanten lenkt von nun an als Novum in L-Es Feuerwehrgeschichte ein deutlich junger Führungsnachwuchs in Echterdingen, Leinfelden und Musberg die Abteilungsgeschicke. In der Leinfeldener Abteilung übernimmt Alexander Müller mit großer Wahlmehrheit durch die Abteilungshauptversammlung das verantwortungsvolle Amt des neuen Abteilungskommandanten, und somit die Nachfolge von Wolfgang Benz. Zum zweiten stellvertretenden Kommandanten wird des Weiteren Markus Zimmermann von der Versammlung gewählt.

Innerhalb einer Woche sorgen zwei schwere Hagel- und Starkregenunwetter am 24. und 29. Juli 2013 über LE für zahlreiche unwetterbedingte Einsätze. Des Weiteren kommt die Drehleiter in diesem Zusammenhang auch überörtlich in Bempflingen und Riederich (Lkr. RT) zur Unterstützung bei der Sicherung mehrerer Gebäudedächer durch Hagelschäden zum Einsatz.

2016:

Dachstuhlbrand in Unteraichen (Krautfest)

2017:

neuer MTW

2018:

neues LF20, Dachstuhlbrand in Leinfelden

2019:  

Auf eine 50-jährige tiefe Freundschaft mit der Feuerwehr aus Tornesch-Esingen konnte man im Jahr 2019 erfreut zurückblicken. Ein mehrtägiger Besuch der Tornescher Kamerad*innen bei ihren süddeutschen Feuerwehrfreunden bildete der Höhepunkt der Feierlichkeiten.

21. Jahrhundert - 2020er Jahre:

2020:

Coronapandemie, neuer Kdow, Scheunenbrand in Echterdingen

2021: 

neue Drehleiter

2022:

2023: 

Großbrand der Eselsmühle in Musberg