Helfen in Not ist unser Gebot!

Foto: FFLE

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Gleich zwei Einsatzlagen hatten die Kameradinnen und Kameraden der Feuerwehr in Stetten am vergangenen Freitag zu bewältigen. Zum Glück handelte es sich bei den Notlagen lediglich um Übungen – aber diese hatten es in sich. Der Titel des Themenabends „Rettung aus lebensbedrohlichen Lagen“ gab zunächst nicht genau preis, was die Feuerwehrangehörigen erwarten sollte.

Pünktlich um 20 Uhr trafen sich die Einsatzkräfte am Stettener Feuerwehrhaus. Natürlich nicht alle, denn unter „Corona-Bedingungen“ dürfen maximal 20 Personen an einem Übungsabend anwesend sein und maximal 10 Personen als Gruppe gemeinsam üben. Immer wenn der Mindestabstand von 1,5 Meter unterschritten wird, werden Mund-Nasen-Bedeckungen getragen.
All das hat sich seit Wiederaufnahme des Übungsdienstes Mitte Juni gut eingespielt. 

Die erste Übungslage stellte sich als Bauunfall heraus, der mit Hilfe der neuen „Multi-Trauma-Übungspuppe“ realitätsnah dargestellt werden konnte. Angenommen wurde, dass eine Person auf eine Armierungsstange gefallen war und sich eine Pfählungsverletzung zugezogen hat. Grundsätzlich werden Pfählungsgegenstände im Körper eines Verletzten belassen und wegen der Blutungsgefahr so wenig wie möglich manipuliert. Um den Patienten jedoch in ein Krankenhaus transportieren zu können und dort eine CT-Diagnostik möglich zu machen, sollte der Pfählungsgegenstand auf weniger als 65 cm gekürzt werden. Die Herausforderung für die Feuerwehr besteht darin, das passende Trenngerät auszuwählen und fachgerecht einzusetzen. Der Patient und der Pfählungsgegenstand müssen zuvor stabilisiert und gesichert werden. Das Zusammenspiel und die Kommunikation zwischen Notarzt, Rettungsdienst und Feuerwehr ist in diesen Fällen von elementarer Bedeutung.

Bei der zweiten Übungslage handelte es sich um eine bewusstlose Person, die mit Chemikalien in Berührung gekommen war. Sofort erkannte der Einsatzleiter, dass es sich um eine Gefahrgutlage handelt und leitete Erstmaßnahmen entsprechend des sogenannten GAMS-Schemas ein. Die Einsatzstelle wurde weiträumig abgesperrt und eine Not-Dekontamination (Dekon-Stufe 1) aufgebaut. Es stellte sich heraus, dass der angenommene Stoff ätzend ist und bei Berührung mit Wasser gefährliche Gase bildet. Rettung und Dekontamination wurden daher unter Körperschutz Form 1 und umluftunabhängigem Atemschutz vorgenommen. Im Ernstfall werden bei Gefahrgutlagen Spezialkräfte hinzugezogen, bis diese vor Ort sind kann jedoch wertvolle Zeit vergehen.
Die Gefahrstoffe zu erkennen, unaufschiebbare Erstmaßnahmen einzuleiten und Personen in Not zu retten ist daher Aufgabe jeder Feuerwehr. Dies lässt sich mit einfachen Mitteln realitätsnah üben.

Nach der Übung wurde unter Einhaltung der geltenden Corona-Vorschriften ein Essen in der Fahrzeughalle angeboten. Der rundum gelungene Übungsabend hat wieder einmal gezeigt:

„Wir halten zusammen – auch mit Abstand.“
In diesem Sinne – alles Gute und Gesundheit für die nächste Zeit!

 

Carsten Zander
Pressesprecher
Freiwillige Feuerwehr
Leinfelden-Echterdingen
www.FEUERWEHR-LE.de