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Chronik der Feuerwehr Abteilung Stetten

 

Vorwort zur Chronik: Leider sind Aufzeichnung aus den Anfängen der Feuerwehr Stetten nur noch teilweise vorhanden. Wir haben daher versucht aus mündlichen Erzählungen eine Chronik nach bestem Wissen und Gewissen zu fertigen. Für eine 100 %-ige Richtigkeit können wir allerdings nicht garantieren.

 

Die Kommandanten der Abteilung Stetten:

 

Der mündlichen Überlieferung nach ergibt sich folgende Reihenfolge der Kommandanten: Gottlob Stäbler (vor 1919), Wilhelm Veit (1919-23), Friedrich Schwarz (1924-30), Wilhelm Vohl, Reinhold Vohl, Otto Stierle (1930-43), Karl Scheerle (1944-57), Walter Beck (1957-81), Karl-Heinz Scholz (1983-90), Manfred Herthneck (1990-2000), Wolfgang Warschkow (2000-2009), Uwe Maier (ab 14.02.2009).  

 

Folgender Fließtext und Abbildungen stammt teilweise aus dem Buch: Stetten Hof und Weidach von Herbert Schmidt von 1977, sowie Stetten Hof und Weidach, Hisorische Fotografien herausgegeben vom Stadtarchiv LE. Die jüngere Geschichte ab 1980 wurde von uns fortgeschrieben.

 




Mannschaftsbild um 1960


Chronik: Freiwillige Feuerwehren im heutigen Sinne gab es vor rund 130 Jahren noch nicht, ebenso wenig wie Wasserleitungen. In fast allen Gemeinden befand sich eine Wette oder ein Teiche, die der Brandbekämpfung dienten. Wenn im Ort ein Feuer ausbrach, so eilte alles was laufen konnte, dem Brandplatz zu, wo es natürlich beim Löschen oft Durcheinander gab. Die männlichen Einwohner waren zum Löschdienst verpflichtet. Wer "Dispens" haben wollte, musste eine Feuerwehrabgabe entrichten. Im Jahre 1883 wurden die Gemeinden per Gesetzt verpflichtet, die Kosten für Uniformen und Ausrütung auf die Gemeindekasse zu übernehmen. Nun entstanden die ersten Freiwilligen Feuerwehren. Allerdings dauerte es noch Jahre, bis sie die Pflichtfeuerwehr ablösten. In Stetten wurde die Freiwillige Feuerwehr 1925 gegründet.

 

1848-1865: Die älteste Erinnerung an die Feuerwehr in Stetten ist der Wasserbehälter einer Handdruckspritze. Er diente noch 1974 auf einem Bauernhof als Futtertrog und trug die Inschrift: Hergestellt von Heinrich Kurtz, Glockengiesser in Stuttgart 1848. Der mündlichen Überlieferung nach wurde die von 6 Mann bedient. Ganz erhalten und noch im Besitz der Feuerwehr ist eine Handdruckspritze auf dem Jahre 1865. Neben einem Feuereimer aus dem selben Jahre gehörte zur Ausrüstung in diesem Jahrhundert 3 Hydrantenkarren und ungefähr 10 Hakenleitern. 

 

1925-1936: Um 1925 wurde eine 12 m lange mechanische Steigleiter gekauft. Untergebracht war die Feuerwehr damals in einem Schuppen beim ehemaligen Gasthaus Lamm. Das Jahr 1925 stellt somit die offizielle Gründung der Freiwilligen Stetten a.d.F. da. Die Wette in Weidach und der 1936 angelegte Feuerteich in Stetten waren für die Brandbekämpfung sehr wichtig, wenn auch seit 1905 die Wasserleitungen vorhanden war.  




Feuerwehrübung beim Gasthaus "Zum Lamm", Weidacher Steige, 1933.


 

Auf der rechten Seite vorne würde sich das Gasthaus "Zum Lamm" anschließen. Folgende Feuerwehrleute sind zu erkennen (von hinten links nach vorne) Ludwig Stierle, Hermann Vohl, Ludwig Koch, Otto Stierle, an der Spritze Karl Vohl Von den vier Personen, die an der Spritze stehen und die uns den Rücken zuwenden, erkennt man lediglich links Paul Vohl Dann folgen Adolf Vohl, Rudolf Bachofer, Bürgermeister Karl Wißt, Fritz Treyz und Emil Krämer Hinter dem Spritzwagen stehend sind noch (von links) zu erkennen Paul Vohl, Ernst Kittel, August Stierle, Emil Steck, Kommandant Wilhelm Kittelberger und Robert Völmle. Sie waren Mitglieder des Musikvereins Stetten.

 




Feuerwehrübung beim Gasthaus "Zum Lamm", Weidacher Steige, 1933.


Von links nach rechts: Kommandant Wilhelm Kittelberger, Bürgermeister Karl Wißt, Herrmann Stäbler, Ludwig Koch Albert Berner. An der Spritze Richard Koch, dahinter Wilhelm Vohl. Dann folgen: Robert Völmle, Christian Beck, August Stierle, Paul Vohl und Adolf Vohl. Am Gasthaus "zum Lamm" ist ein Schild angebracht mit der Aufschrift" Fleisch und Wurstniederlage Paul Arnold Echterdingen" Das Gebäude links vom "Lamm" ist das Haus des Wagners Gottlieb Beck




Nach der Feuerwehrübung, Weidacher Steige, 1933


1. Reihe von vorne von links (sitzend): Ludwig Schmid, Wilhelm Kilgus, Otto Stierle, Bürgermeister Karl Wißt, Wilhelm Vohl ("Hüttlein"), Theodor Vohl

2. Reihe: Wilhelm Schwarz, Fritz Treyz, Georg Tischer, Karl Vohl, Adolf Mack, Ludwig Strobel, Wilhelm Stäbler, Albert Berner, Ludwig Stierle, Ludwig Vohl, Robert Völmle, dahinter ? , Albert Beck, August Stierle, Fritz Vohl, Adolf Vohl, dahinter Fritz Schweitzer, Wilhelm Schwarz, Gottfried Koch, dahinter Paul Vohl, Emil Steck, Fritz Koch, Richard Stierle, Wilhelm Kittelberger, Adolf Vohl, davor Jakob Stauch, Ludwig Vohl ("Hennes"), davor Karl Steck, Karl Vohl, Fritz Strobel, Fritz Schwarz Die Gruppe befindet sich vor dem Gasthaus "Lamm" in der Weidacher Steige, die damals Adolf-Hitler-Straße hieß. 

 

ab 1954: Mit dem Bau der Haldenschule 1954, in dem sich mittlerweile nur noch ein Kindergarten befindet, wurde auch ein neues Feuerwehrmagazin erstellt, das seit dem 21. Mai 1955 in Betrieb ist. Als erstes Löschgruppenfahrzeug wurde 1959 ein Opel Blitz als LF 8 mit einer TS 8 untergebracht. In den folgenden Jahren kamen neues Schlauchmaterial, Kombianzüge, Uniformen sowie später ein Kommandowagen auf VW T1 hinzu.




Fotografie um 1955, im unteren Teil das Feuerwehrmagazin.


Im folgenden eine Fotografie aus dem Jahre 1958. Im Hof der Feuerwehr ist das LF 8 (Opel Blitz) zu sehen. 




Abfotografiert aus dem Heimatmuseum in Echterdingen 2002.

1970-1977: Das Jahr 1970 wurde ein sehr bedeutendes für die Stettener Feuerwehr. Mit einem großen und erfolgreichen Fest wurde die Fahne der Wehr geweiht und ein TLF 16 (06. Juni 1970) in den Dienst gestellt. Im selben Jahre wurde das Magazin erweitert und man schaffte Funkgeräte an. Im Mai 1974 wurde dann der VW T2b Bus als MTW in den Dienst der Wehr gestellt. Die Einrichtung einer Weckerlinie (damalige Alarmierung) kam 1971. Die Wette wurde 1972 ausgebaut und mit einer Erholungsanlage versehen.





Fahnenweihe der Feuerwehr Stetten 1970.


Links im Bild Kommandant Walter Beck, rechs Bürgermeister Breitling.

 

Neben den zahlreichen technischen Verbesserungen kam auch die Ausbildung nicht zu kurz. 1971 hatte die gesamte Wehr das Leistungsabzeichen in Bronze erworben. Kurse und Lehrgänge wurden ständig beschickt. Zum Einsatz kam es glücklicherweise in der Geschichte der Wehr selten. Nach dem 2. Weltkrieg mit zahlreichen Bränden gab es in Stetten dreimal Scheunenbrände, bei denen die Feuerwehr zum Einsatz kam. Außerdem wurde sie zum Helfer und pumpte Wasser aus Kellern, wenn das bei Unwettern mit Hochwasser nötig war.

Verbunden mit einem grossen Festakt in der Stettener Festhalle, wurde am 29. August 1975 die Gesamtfeuerwehr Leinfelden-Echterdingen mit seinen vier Unterabteilungen gegründet.

Am 25. Juni 1977 wurde das neue TLF 16 übergeben, da das alte TLF recht kurz nach seiner Inbetriebnahme (nicht durch Schuld der Feuerwehr) verunfallte. Walter Beck, der 24 Jahre Kommandant in Stetten war, wird zu Ehrenkommandanten der Abteilung Stetten ernannt.

 




Übergabe des TLF 16/25 im Jahre 1977.

Auf dem folgenden Gruppenbild ist das LF 8 auf dem Opel Blitz zu sehen. Das neue TLF 16 ist bereits in Dienst gestellt. Das Datum der Fotografie liegt somit zwischen 1970 und 1984.




Mannschaftsfoto neben unserem alten Opel Blitz.


Im Jahre 1984 konnte die Abteilung Stetten das LF 8 in Empfang nehmen. Die Abteilung Stetten besitzt nun ein TLF 16/25 sowie ein LF 8, jeweils auf Mercedes aufgebaut. 




Übergabe des LF 8 an die Abteilung Stetten im Jahre 1984.


Im Jahre 1990 wurde der alte MTW auf Basis VW Typ 2 T2b zum KEF umgebaut und dafür ein VW LT 80 in Dienste gestellt. Danach wurde es, was Fahrzeuge und Gerätehaus betrifft, ruhig um die Abteilung Stetten. Verschiedene Ideen für ein neues Gerätehaus standen zwar in regelmäßigen Abständen im Raum, konnten letztlich aber aufgrund schwieriger Haushaltslagen der Stadt Leinfelden-Echterdingen nie umgesetzt werden.

Die Einsatzzahlen haben sich seit 1995 bei rund 35 - 60 Einsätzen pro Jahr eingependelt. Die gestiegene Zahl geht unter anderem darauf zurück, dass tagsüber die Abteilungen sich gegenseitig unterstützten.

 

Am 21. September 2007 konnte die dringend benötigte Erweiterung um ein Büro und Modernisierung des Gerätehauses gefeiert werden. In der letzten Sitzung des Technischen Ausschusses von 2006 wurde die Erweiterung beschlossen. Dann ging es Schlag auf Schlag. Bereits im Dezember 2006 wurden die ersten Maßnahmen durch die Feuerwehr umgesetzt. Die Gesamtkosten betrugen rund EUR 180.000,00 und lagen, laut Herrn Oberbürgermeister Roland Klenk bei seiner Rede, voll im Rahmen der Planung. Um die Kosten so niedrig wie möglich zu halten, haben die Kameraden kräftig mit angepackt und so rund 1.200 Arbeitsstunden auf der Baustelle verbracht. Ehrenamtlich.




Anbau des Gerätehauses mit dem Fuhrpark von 2009.


Am Nikolaustag des Jahres 2007 dann der Beschluss: Die Abteilung Stetten bekommt ein neues Löschfahrzeug! Das alte TLF 16/25 stammt aus dem Jahre 1977 und hat seine Schuldigkeit mehr als getan. Die technische Entwicklung ist auch bei der Feuerwehr nicht aufzuhalten. Die in Dienststellung ist für den Herbst 2010 geplant. Mit diesem Termin wird das alte TLF 16/25 außer Dienst genommen. Das LF 8 geht dann an die Abteilung Leinfelden und wird dort ausschließlich für die Jugendfeuerwehr LE zu Übungszwecken eingesetzt.

 

Zwischenzeitlich haben 2009 und 2010 die Planungen zur Beschaffung eines Gerätewagen Logistik (GW-L, Beschluss vom 16. Dezember 2009) und eines neuen Mannschaftstransportwagen (MTW) begonnen. Der MTW hatte vom TÜV keine Plakette mehr bekommen und wurde im Mai 2010 außer Dienst gestellt. Wir hoffen beide Fahrzeuge Ende 2010, Anfang 2011 in Empfang nehmen zu dürfen. Der Investitionsstau in Stetten wäre somit endlich behoben und die Abteilung Stetten wieder mit modernster Technik ausgerüstet, um ihrer Aufgabe, dem Schutz der Bevölkerung aus LE, wieder optimal nachzukommen.

 

Unsere Freizeit für Ihre Sicherheit!

 

Ihre Abteilung Stetten.


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