Die Durchfahrt für Rettungskräfte muss frei sein

Sorgloses Parken bereitet Probleme: Eine abendliche Testfahrt mit der Feuerwehr

In der letzten Woche waren Vertreter der Feuerwehr und der Stadtverwaltung in einem Löschfahrzeug in Wohnstraßen in Echterdingen unterwegs, um zu testen, ob die Feuerwehr im Ernstfall überall durchkommen würde. Die Tour fand abends statt, in einer Zeit also, in der das größte Parkaufkommen in Wohnstraßen zu verzeichnen ist, um einen realistischen Eindruck zu gewinnen. In der Richthofenstraße gab es keine Parkverstöße – entgegen sonstiger Erfahrungen. So auch in der Moltkestraße, Joachim-VonSchröder- und Untuchtstraße. Die bestehenden Regelungen mit Beschilderung, Markierungen, gesetzlichem Haltverbot sind offensichtlich ausreichend. Freilich halten sich Parkende immer wieder nicht an die Parkregelungen. Gesetzliche Haltverbote gelten z.B., wenn die Restfahrbahnbreite, wenn also beiderseits geparkt wird, keine drei 3 Meter beträgt oder wenn in Einmündungsbereichen („Fünf-Meter-Bereich“) geparkt wird, so dass das Einbiegen (große Rettungsfahrzeuge haben einen entsprechend großen Radius) nicht ohne Rangieren klappt. Beim Parken sollte stets daran gedacht werden, dass z.B. ein Löschfahrzeug drei Meter breit ist. Wo ein Personenkraftwagen gut durchkommt, ist dies für die großen Feuerwehrfahrzeuge schwierig bis unmöglich. In den Gärtlesäckern bei der Seniorenwohnanlage wird das geltende eingeschränkte Haltverbot in ein Haltverbot auf der Wendeplatte geändert. Ein Halten oder Parken kann aufgrund der dort ggf. einzusetzenden Drehleiter mit großem Platzbedarf nicht mehr zugelassen werden. Festgestellt wurde auch, dass es in einigen Straßen Engstellen gibt, wo neue Haltverbotsregelungen notwendig sind. In der Schreinerstraße gab es bei der Fahrt eine Blockade durch zwei gegenüberliegendversetzt geparkte Fahrzeuge. Hier wird nun ein vier Meter langes Haltverbot angeordnet. In der Stäudachstraße wird die zeitliche Beschränkung bei dem bestehenden eingeschränkten Haltverbot wegfallen. Auf der Wendeplatte in der Kronenstraße wird das Parken eingeschränkt, so dass die angrenzenden Gebäude besser zugänglich werden. Die Durchfahrt war auch im Hebbergweg durch ein parkendes Fahrzeug blockiert. Dort wird das bestehende Haltverbot weiter ausgedehnt. In der Kleinen Obergasse wird ein Parkplatz wegfallen, damit im Kurvenbereich ein Feuerwehrfahrzeug durchkommt. Es gibt aber auch Straßen, in denen das Parken zugelassen werden kann, wenn „richtig“ und mit Sorgfalt geparkt würde, nämlich direkt am Fahrbahnrand.

Nicht vergessen beim Parken: Im Ernstfall muss es schnell gehen!

Probleme ergeben sich auch, wenn Fahrzeuge gegenüber versetzt parken und die Schleppkurve für die großen Fahrzeuge der Feuerwehr nicht ausreicht. Hierzu zählten an diesem Abend die Brühlstraße, die Breitwiesenstraße, die Egartstraße und die Kelterrainstraße. Aufgefallen ist, dass teilweise durch überhängenden Bewuchs, durch Äste, Hecken und Sträucher zu weit weg vom Fahrbahnrand geparkt. Auch dadurch wird die Durchgangsfahrbahn zu schmal. Es sei nochmals daran erinnert: Überhängender Bewuchs muss zurückgeschnitten werden! Hierzu gehört, das „Lichtraumprofil“ über der Fahrbahn in einer Höhe von 4,50 m frei zu schneiden. Bitte denken Sie auch, insbesondere in schmäleren Straßen daran, den Seitenspiegel einzuklappen, was die Durchfahrt erheblich erleichtert und Schäden vermeidet. Das Parken soll, wo immer es vertretbar ist, weiterhin zugelassen werden. Parkplätze zu erhalten, ist ein wichtiges Anliegen der Stadtverewaltung. Rettungseinsätze dürfen jedoch nicht gefährdet werden. Es werden nun die notwendigen verkehrlichen Maßnahmen umgesetzt, und der Gemeindliche Vollzugsdienst wird das Parken in den Straßen, gerade auch in den Abendstunden, verstärkt überwachen, um die Durchfahrt für die Rettungsdienste zu gewährleisten. Auch wenn der Parkdruck noch so groß ist: Stellen Sie Ihr Fahrzeug nicht einfach irgendwo ab, sondern bedenken Sie, dass bei einem Brand oder sonstiger Rettungseinsätze jede Sekunde zählt und durch behinderndes Parken Hilfe für Menschen zu spät kommen könnte. Die Testfahrten mit der Feuerwehr werden fortgesetzt.