Mittelalter, Feuer und ungewöhnliche Töne

Artikel aus der Filder-Zeitung vom 04.07.2011 (Online-Ausgabe)
Filder. Der Festreigen auf den Fildern geht weiter: Am Wochenende hatten Alt und Jung wieder die Qual der Wahl. Von Kai Müller
Gleich drei Premieren gab es bei der 32. Auflage des Plattenhardter Straßenfestes. Erstmals eröffneten mit Emil Stepan und Dennis Lehr zwei Dudelsackspieler die Traditionshocketse im Ortskern musikalisch. Seinen ersten Auftritt als Plattenhardter Büttel hatte auch Reinhard Fügel von der Freiwilligen Feuerwehr. Er wünschte den Musikern "wenig falsche Töne" und allen Auftretenden "wenig Lampenfieber".
In Plattenhardt wird auf den Fassanstich verzichtet, stattdessen gibt es einen Schluck Rotwein aus dem Römer. Den ersten nahm in diesem Jahr Bürgermeister Dieter Lentz, der erstmals den Hock eröffnete. "Das Fest hat sich aus kleinen Anfängen entwickelt und ist längst ein Fest der Begegnung geworden", konstatierte der Vereinsringchef Johannes Jauch. Die Besucher strömten zahlreich in die Ortsmitte. Auf sie warteten nicht nur Musik- und Tanzvorführungen, sondern auch ein verkaufsoffener Sonntag der Einzelhändler.
Noch ein wenig älter als das Plattenhardter Straßenfest ist das Anna-Scheufele-Fest in Kaltental. Die Mitglieder der Bürgerinitiative (BI) Kaltental hatten zwei Tage wieder alle Hände voll tun. Auch lokale Prominenz fand sich beim Fest ein. Darunter auch Finanzbürgermeister Michael Föll, den der BI-Vorsitzende Hans-Dieter Meißner als "Vater des Bürgersaals" bezeichnete. Ein großes Lob zollte Meißner der Grundschule Kaltental: "Ihre Spielstraße ist eine riesige Bereicherung für das Fest." Eltern und Lehrer hatten sich wieder mächtig ins Zeug gelegt. Jungen und Mädchen konnten unter anderem bei einem Bobby-Car-Rennen mitmachen. Die Grundschule hatte auch die Jugendfarm mit ins Boot geholt. Für die Musik zeichnete an beiden Festtagen das Duo "oins+oins" verantwortlich.
In Leinfelden hatten Stadt, Feuerwehr und Schwabengarten bei der Festorganisation an einem Strang gezogen. Während sich entlang des Fußwegs vom S-Bahnhof zum Schwabengarten ein Mittelaltermarkt angesiedelt hatte, hatte die Feuerwehr auf den Marktplatz geladen. Abteilungskommandant Wolfgang Benz zeigte sich schon am Sonntagmittag sehr zufrieden: "Es hat alles gepasst." 16 Flammenimitationen wiesen den Weg vom Schwabengarten zum Marktplatz. Die Feuerwehr hatte erstmals einen Kreidemalwettbewerb für die Kleinsten angeboten. Zudem demonstrierte die Wehr ihr Können. Der Andrang konnte sich sehen lassen. Bereits kurz nach 13 Uhr meldete die DRK-Feldküche am Sonntag: Das Kesselgulasch ist aus.
Dicht gedrängt ging es auch auf dem Mittelaltermarkt zu. Wer wollte, konnte sich im Äxte werfen üben, original Wikinger Met probieren oder in Midgars Leder-Werkstatt vorbeischauen. Auch Schaukämpfe und eine mittelalterliche Alarmanlage gab es zu besichtigen. Letztgenannte entpuppte sich als Hunde-Streichelzoo.



Der Mittelaltermarkt lockte groß und klein

Artikel aus dem Amtsblatt L-E vom 08.07.2011
Ritter, Gaukler, Marketenderin - es waren ganz ungewohnte Begegnungen, aber sie haben jung und alt offensichtlich viel Spaß gemacht: 10.000 Besucher wurden beim ersten Mittelaltermarkt gezählt, viel mehr als die von den Initiatoren Schwabengarten und Stadtmarketing erhofften 4.000! Der Schwabengarten, wo die Spielleute für einen etwas anderen Sound sorgten, und das Marktplatzfest der Feuerwehr profitierten umso mehr, denn man zog von hüben nach drüben. Dass niemand vom rechten Weg abkam, dafür sorgte bestens die stimmungsvolle Flammen-Illumination.



Marktplatzfest 2011 (Fotoalbum)




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Dietmar Flasch, 11.07.2011
