Die Geschichte der Abt. Leinfelden

Diese Chronik vom Gerätebestand und der Geschichte der heutigen Abt. Leinfelden der Freiwilligen Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen zusammenzustellen, erwies sich als nicht ganz einfach. Beim Brand des Leinfelder Rathauses 1944 fielen fast sämtliche Unterlagen den Flammen zum Opfer. Darum stützt sich diese Darstellung bis dahin weitgehend auf Erinnerungen älterer Feuerwehrmänner und bruchstückhaften Niederschriften aus benachbarten Rathäusern.

Mitte bis Ende des 19. Jahrhunderts:

So ist einer Niederschrift aus dem Rathaus Musberg zu entnehmen, dass die damaligen Gemeinden Rohr, Musberg, Leinfelden, Ober- und Unteraichen im Jahr 1833 einen Fahrfeuerspritzenverband gründeten. Die Feuerspritze war im Musberger Rathaus untergebracht. 1845 wurde dieser Verband aufgelöst und die Gemeinden versteigerten die Spritze unter sich. Mit dem Höchstgebot von 526 Gulden ging die Spritze in das Eigentum der Gemeinde Leinfelden über.
Vermutlich bestanden in Leinfelden bereits vorher Löscheinrichtungen, wahrscheinlich auch Löschrotten. Sicher ist, dass es ab 1845 in Leinfelden eine eigene Feuerwehr gab (Zwangsfeuerwehr), in der beispielsweise das Melden und Hilfeholen durch Feuerreiter schon genauestens organisiert war.

Anfang bis Mitte des 20. Jahrhunderts (1900 - 1940):

1902 wurde die Pflichtfeuerwehr durch die Freiwillige Feuerwehr Leinfelden abgelöst - es war der Beginn der heutigen Einrichtung. Zu dieser Zeit holte man im alten Ortsteil Leinfelden das Löschwasser noch mit Eimern und Bütten von den Brunnen, wobei auch die Frauen mithalfen. Das besserte sich bald: Die Verlegung einer Wasserleitung in der Bergstraße (heute Lengenfeldstraße) brachte ab 1905 für das Feuerlöschen erhebliche Erleichterung; Hydranten ersparten das mühsame und zeitraubende Wassertragen. 1907 wurde auch Ober- und Unteraichen an die Leitung angeschlossen. Als weitere Geräte neben der erworbenen Fahrfeuerspritze waren im Jahre 1914 in allen drei Gemeinden je eine Handdruckspritze vorhanden.
Von den folgenden Jahren ist bekannt, dass unter Kommandant Wilhelm Lederer (1919 - 1933) erste Uniformen angeschafft wurden, auch Messinghelme, die bei jeder Übung zu tragen waren, so dass vom Erscheinungsbild her bereits eine gewisse Einheitlichkeit gegeben war. 1921 wurden die bis dahin verwendeten Anstelleitern durch eine 14 Meter lange mechanische Leiter ersetzt. Die 12 festgelegten Übungen pro Jahr wurden noch immer in jedem Ortsteil gesondert absolviert, mit Ausnahme der Hauptübung. Die erste große Übung wurde am 11. September 1927 am Bahnhof Leinfelden durchgeführt, zusammen mit der Sanitätskolonne Vaihingen des DRK und der Musberger Feuerwehr. Am 16. Juni 1929 fand der Bezirksfeuerwehrtag des Oberamts Stuttgart in Leinfelden statt; dabei führte die Leinfelder Feuerwehr eine große Übung am Gasthaus zum Adler vor. Nach dem Tod des Kommandanten Wilhelm Lederer trat 1933 Karl Lederer an seine Stelle, der bereits 1935 von Wilhelm Eckhardt abgelöst wurde. Zählte die Wehr 1924 noch immerhin 138 Mann, so verringerte sich diese Zahl in den folgenden Jahren kontinuierlich.

Die 40-iger Jahre:

Während des Krieges wurden dann fast sämtliche Feuerwehrmänner eingezogen, so dass binnen kürzester Zeit mühsam eine neue Mannschaft aufgestellt und ausgebildet werden mußte. 1941 betrug die Wehrstärke nur noch 41 Mann.
Am 14. November 1942 wurde für die Freiwillige Feuerwehr Leinfelden ein TSA 8 (Tragkraftspritzenanhänger) angeschafft. Bereits wenige Tage später, am 22. November, erhielt er seine Feuertaufe beim Großangriff auf Stuttgart, wo die Leinfelder Wehr 5 Tage ohne Unterbrechung im Einsatz war. In diesen Tagen fielen sämtliche anderen Geräte in den Geräteräumen der Feuerwehren Leinfelden, Ober- und Unteraichen den Luftangriffen zum Opfer. Während der Raum in Oberaichen wieder aufgebaut werden konnte und noch bis 1955 als Gerätelager diente wurde in Unteraichen ein neuer provisorischer Raum geschaffen. Der TSA 8 kam in der folgenden Zeit noch häufig zu Einsätzen, auch in Echterdingen und Bernhausen. Nach Kriegsende wurde die Leinfelder Feuerwehr, wie alle anderen auch, auf Befehl der amerikanischen Militärregierung aufgelöst. Aber schon 1946 griff man den Gedanken eines vorläufigen Feuerschutzes wieder auf. Kommandant Eckhardt wurde seiner Stellung enthoben, war jedoch weiterhin in beratender Funktion tätig. Am 20. Januar 1946 wurden sämtliche männlichen Bürger zwischen 18 und 55 Jahren erfasst und zum Brandschutz rekrutiert. Neuer Kommandant wurde Wilhelm Keppler.
Schwere Zeiten für die Feuerwehr in der Nachkriegszeit, denn es mangelte an Geräten, Räumlichkeiten und Mannschaft. 1949 erreichte der Mannschaftsstand eine Stärke von gerade 49 Mann. In Oberaichen wurde in einem Schuppen neben dem Backhaus eine Handziehkarre untergestellt, ebenso in Unteraichen hinter dem Milchhaus. Am 1. Oktober 1949 wurde Wilhelm Eckhardt wieder zum Kommandanten gewählt, Wilhelm Keppler zu seinem Stellvertreter.

Die 50-iger Jahre:

Im Jahr 1952 entschloß man sich zum Bau des heutigen Gerätehauses Leinfelden. Nach einem vorübergehenden Baustopp aufgrund finanzieller Schwierigkeiten konnte es am 26. Juni 1954 anläßlich des Kreisfeuerwehrtages feierlich übergeben werden. Es war das erste Gerätehaus, das in der Nachkriegszeit im Kreis Böblingen erstellt worden war. Am selben Tag bekam die Wehr obendrein ein nagelneues Fahrzeug, das erste KLF 6 auf Opel Blitz des Landes Baden-Württemberg. Darum schien das neue Gebäude vielen als zu groß geraten, nachdem die Feuerwehr lediglich im Besitz eines einzigen Motorfahrzeugs war. Ein Teil der Garage diente deshalb der Stuttgarter Straßenbahn als Abstellplatz für einen Bus, im nördlichen Teil des Hauses war der Städtische Bauhof untergebracht. Auch die bis dato selbstständige Löschgruppe Unteraichen zog 1954 ebenfalls in das neue Gerätehaus ein und integrierte sich so in die Leinfeldener Feuerwehr.
Die Ausrüstung wuchs jedoch zusehends; bereits im Oktober 1959 konnte das erste große Tanklöschfahrzeug, ein TLF 16 auf Mercedes-Benz 311 mit Metz-Aufbau, übergeben werden. Der Preis: 64.000 DM. Bald zeigte sich, dass man nicht genug Fahrer für das TLF 16 hatte. Erfreulicherweise übernahm die Gemeinde für drei Feuerwehrmänner die Kosten eines Führerscheins der Klasse 2.

Die 60-iger Jahre:

Mittlerweile war die Wehr durch das Regierungspräsidium zur Stützpunktwehr der Orte Musberg, Steinenbronn und Waldenbuch erklärt worden. Die Übungen mussten erweitert werden. 1960 wurde zum ersten Mal ein regelgerechter Dienstplan für das erste Halbjahr aufgestellt. Nun übte auch die immer noch eigenständige Löschgruppe Oberaichen am Leinfelder Gerätehaus.
Am 12. Dezember 1960 wurde durch die Firma Siemens eine Weckerlinie mit 33 Weckern und 30 Feuermeldern eingerichtet und der Wehr übergeben. Die Feuerwehrmänner konnten sich nur schwer mit der neuen teuren Technik anfreunden - gleich in der ersten Zeit brachte sie 3 blinde Alarme ein. Immerhin hatte die Anlage stolze 80.300 DM gekostet!
1962 beschloss der Gemeinderat die Anschaffung eines weiteren Löschfahrzeugs, eines LF 16 TS. Im gleichen Jahr feierte Kommandant Eckhardt sein 50-jähriges Dienstjubiläum. Bei dieser Gelegenheit gab er sein Kommandantenamt an den einstimmig gewählten Karl Mamber ab. In Anerkennung seiner hohen Verdienste wurde Eckhardt zum Ehrenkommandanten ernannt.
Ein Jahr später (1963) konnte das LF 16 TS (MB 322 mit Ziegler-Aufbau) dann als drittes Einsatzfahrzeug in Betrieb genommen werden. Damit war der südliche Teil des Gerätehauses voll mit Feuerwehrfahrzeugen belegt.
Bedeutsam war 1964 die Einführung des Sprechfunks mit einer Feststation und einer Fahrzeugstation. Damit war eine ständige Sprechfunkverbindung zwischen Gerätehaus und Einsatzfahrzeug gewährleistet. Einen Kommandowagen schaffte die Feuerwehr in Eigenleistung an. Er sollte zur schnellen Vorauserkundung eingesetzt werden. Mit Gründung der Jugendfeuerwehr 1965 begann eine neue Entwicklung des Mannschaftsbestandes. Diese Jugendgruppe (16 Jugendliche) war die erste dieser Art im Kreis Böblingen, geleitet von Günter Gisterer und Rudi Schröper. Seit nunmehr 35 Jahren "versorgt" sie die Freiwillige Feuerwehr Jahr für Jahr mit bereits bestens vorgeschultem Nachwuchs. Heute stammen etwa 74 % der aktiven Feuerwehrkameraden aus der Jugendfeuerwehr! 1968 konnte die Funkeinrichtung verbessert und eine Ölwehrausstattung wurde gekauft. Im gleichen Jahr wurde im Gerätehaus die Umstellung des Heizsystems von Kohle auf Öl vollzogen. Um die wertvolle und mittlerweile sehr starke Kameradschaft der Truppe auch nach Einsätzen oder Übungen im geselligen Kreis pflegen zu können, war schon lange der Wunsch gehegt worden, einen Gemeinschaftsraum einzurichten. Nun konnte er verwirklicht werden: Anstelle des Kohlenlagers entstand im Untergeschoß in viel Eigenarbeit das gemütliche "Florianstüble". Bald erfreute sich diese Neueinrichtung großer Beliebtheit innerhalb der Wehr, im Freundeskreis und auch bei benachbarten Wehren und entwickelte sich im Lauf der Jahre nach verschiedenen Umbau- und Erweiterungsphasen zu einem liebgewonnenen und mit vielen schönen Erinnerungen behafteten Kameradentreffpunkt, in dem sich auch die Angehörigen und Frauen der Kameraden wohlfühlen - bis heute!!

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 Fuhrpark im Jahre 1965 (Erhebung Leinfeldens zur Stadt)
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Die 70-iger Jahre:

Wachsende Aufgaben im Katastrophenschutz führten 1969 dazu, dass der Gemeinderat beschloß, ein seit langem dringend benötigtes Drehleiterfahrzeug zu beschaffen: Eine DL 30 (später DLK 23-12). Die Übergabe erfolgte 1971. Damit hatte die Feuerwehr ein Gerät zur Verfügung, das sie seitdem bei der Brandbekämpfung und vor allem auch bei der Menschenrettung sehr erfolgreich einsetzt. Als weitere Fahrzeuge wurden ein zweites TLF 16/25 (MB 1113/Ziegler) und ein TroLF 750 (Trockenlöschfahrzeug 750 kg Pulver - MB 408/Minimax) beantragt, die 1972 übergeben werden konnten. 1974 folgte auch ein neuer KdoW auf Opel Rekord Caravan.
Das Jahr 1975 eröffnete ein neues Kapitel in der Feuerwehrgeschichte. Durch die Gemeindereform wurden die Gemeinden Echterdingen, Leinfelden, Musberg und Stetten zur Großen Kreisstadt Leinfelden-Echterdingen zusammengeschlossen und dem Landkreis Esslingen zugeordnet. Die vier Feuerwehren schlossen sich zu einem Verband zusammen, der aus vier selbständigen Abteilungen bestehen sollte. Karl Mamber wurde Stadtkommandant.
Auch die Mannschaftsstärke begann wieder konstant anzuwachsen, darum war es bald nötig, den Gemeinschaftsraum zu vergrößern. 1975 wurde er mit Begeisterung wieder bezogen. Die Übergabe eines RW 2 auf MB 1113/Ziegler bedeutete eine wertvolle Ergänzung des vorhandenen Gerätebestandes. Mit diesem Rüstwagen stand ein optimal ausgerüstetes Fahrzeug für technische Hilfeleistungen aller Art zur Verfügung. 1979 schließlich wurde als nächstes ein VW T2 Bully als Mannschaftsbus (MTW) in den Fahrzeugpark aufgenommen. Somit war der Bestand der Freiwilligen Feuerwehr bei nunmehr 8 Fahrzeugen - und das Gerätehaus mit seinen 6 Stellplätzen war komplett belegt. Bei Einsätzen ging es mittlerweile sehr eng zu, da die Umkleidespinde sich noch immer hinter den Fahrzeugen in der Halle befanden. Von Unfallgefahren und der Abgasbelastung beim Starten der Fahrzeuge abgesehen, war es auch aufgrund der Mannschaftsstärke nötig, die Spinde zu verlagern. Darum wurde 1977 das Gerätehaus im hinteren Teil um einen kleinen Anbau erweitert.

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 Fuhrpark im Jahr 1977 (75-jähriges Jubiläum)
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Die 80-iger Jahre:

Der Plan, das Gerätehaus Leinfelden zu erweitern oder gar vollständig zu erneuern, war zum ersten Mal 1973 diskutiert worden. Man einigte sich auf einen Neubau, der auf dem Reißbrett bereits konkrete Formen angenommen hatte. Durch die Gemeindereform und die darauffolgende Zusammenlegung der vier Wehren wurden diese Pläne zunächst zurückgestellt. Der technisch veraltete Zustand des TLF 16 (Bj. '59) machte es 1983 unumgänglich, ein neues Fahrzeug zu beschaffen. Ein direktes Nachfolgemodell gab es zu dieser Zeit nicht mehr; ersatzweise wählte man ein TLF 24/50 (MB 1922/Ziegler). Das war der erste konkrete Auslöser für die Vergrößerung des Gerätehauses: da es in den Fahrzeughallen immer noch eng zuging, paßte nun dieses neue Fahrzeug bei sehr vorsichtiger Fahrweise und mit eingeklappten Spiegeln gerade noch durch die Tore hindurch!
Im gleichen Jahr mußte auch der Opel-KdoW ersetzt werden. Das neue Fahrzeug wurde wieder wie schon der allererste Führungswagen, ein gebraucht erworbener und in Eigenregie umgerüsteter Mercedes-Benz, diesmal ein PKW aus der W123-Baureihe.
Nach mittlerweile 24 Jahren Amtszeit wurde Kommandant Karl Mamber 1986 von Dieter Hörz abgelöst. 1990 übernahm Werner Kuttler dann das Amt des Abteilungskommandanten. Karl Mamber wurde zum Ehrenkommandanten der Abt. Leinfelden ernannt und blieb noch bis 1990 Stadtbrandmeister.
Die letzten größeren Anschaffungen vor dem Umbau des Gerätehauses wurde 1986 und im April 1987 getätigt: So kamen zum einen ein Mercedes-Benz Kleinbus als neuer Mannschaftswagen sowie für kleinere Einsätze oder zur Unterstützung der TLFs bzw. des RWs ein VW-Transporter T3 als KEF, ein Kleineinsatzfahrzeug, hinzu. Da trotz der Tatsache, dass die Fahrzeuge teilweise hintereinander standen, die Fahrzeughallen komplett belegt waren, mußte für das KEF in der Nachbarschaft eine Garage angemietet werden, was die Einsätze erheblich behinderte. Der Wunsch alle Fahrzeuge unter einem Doch unterzubringen, war ein weiterer Grund, das Leinfelder Gerätehaus, das zu diesem Zeitpunkt immerhin fast 40 Jahre alt war, nochmals zu erweitern.
Im Mai 1987 erteilte der Gemeinderat den Planungsauftrag, 15 Monate später erging der Baubeschluß. Am 19. September 1989 konnte dann endlich der lang ersehnte erste Spatenstich für den Umbau des Gerätehauses feierlich begangen werden. Die Freude war natürlich groß, denn nun war es ein Ende der unzumutbaren Bedingungen abzusehen. Doch auch der Umbau selber stellte die Feuerwehr vor größere Probleme, da ganz erhebliche Eingriffe in das alte Gebäude vorgenommen wurden und gleichzeitig natürlich die Einsatzbereitschaft und die Unterbringung der Fahrzeuge gewährleistet sein mußte. So wurde während des Umbaus z. B. die Jugendfeuerwehr vorübergehend ausquartiert und die Fahrzeuge mußten einige Tage im Freien verbringen während die Hallen umgebaut wurden.

Die 90-iger Jahre:

Mit der Einweihung des "neuen" alten Gerätehauses am 31. August 1991 ging jedoch die Zeit aller Provisorien vorüber und die Abt. Leinfelden konnte ihr umgebautes und um drei Stellplätze erweitertes Gerätehaus beziehen, das zusammen mit dem benachbarten Rathaus ein eindrucksvolles Ensemble bildet, das die Stadtmitte von Leinfelden prägt. 3,7 Mio. DM wurden verbaut und nun standen also 8 Stellplätze für Großfahrzeuge, ein Stellplatz für den KdoW, moderne Umkleide-, Wasch- und Nebenräume zur Verfügung. Auch Büroräume für den Stadt- und Abteilungs-kommandanten, den Jugendwart sowie ein großzügiger Schulungsraum befinden sich im jetzt Obergeschoß. Natürlich durfte auch das allen ans Herz gewachsene Florianstüble im umgebauten Haus nicht fehlen. In zeitgemäße Technik wurde natürlich auch investiert. So sind alle Feuerwehrfahrzeuge an ein Druckluft- und Ladeerhaltungssystem angeschlossen, so dass sie immer hundertprozentig einsatzbereit in den drei Hallen stehen. Auch eine Abgasabsaugung wurde installiert. In den nicht mehr zum Schläuche trocknen benötigten Turm wurde eine moderne Zentrale mit zwei Arbeitsplätzen eingebaut. Von hier aus lässt sich die gesamte Technik des Gebäudes steuern. Die Zentrale wird im Alarmfall besetzt und koordiniert in Zusammenarbeit mit der ständig besetzten Leitstelle des Landkreises den Einsatzablauf.
Das nunmehr 29 Jahre alte LF 16 TS wurde im Sommer des Jahres 1992 durch ein LF 16/12 ersetzt. Das alte Fahrzeug wurde an unsere Partnerwehr in Justingen auf der Schwäbischen Alb abgegeben, wo es einen Tragkraftspritzenanhänger ersetzte und auch heute noch im Einsatz ist. Das neue "Älläff" ist das Arbeitstier der Abteilung Leinfelden: Es ist das Fahrzeug mit dem Dank seiner umfangreichen Beladung die meisten Einsätze abgewickelt werden - egal ob es sich um Brand-, Hilfeleistungs- oder Umweltschutzeinsätze handelt.
Eine weitere Ersatzbeschaffung wurde im Jahr 1993 getätigt. Eine damals 3 Jahre alte Mercedes-Benz-Limousine (W124-Baureihe) wurde von der ortsansässigen Firma Roto Frank AG angekauft und schon wie seine Vorgänger durch die Feuerwehrangehörigen und mit der Hilfe örtlicher Firmen zu einem ELW 1 (KdoW) umgebaut.
Nachdem sich bei unserer in die Jahre gekommenen Drehleiter (Baujahr 1971) öfters umfangreichere Reparaturen häuften und auch einzelne Ausfälle auftraten, wurde sie am 18. September 1996 durch eine 1,1 Mio. DM (ca. 560.000 EUR) teure "DLK 23-12 Vario GL CC" ersetzt. Den 14 Tonnen schweren Nachfolger auf Mercedes-Benz 1524-Fahrgestell und Iveco-Magirus-Aufbau gibt es in dieser Kombination nur äußerst selten. Die neue Drehleiter verfügt über etwa 240 PS die über ein Automatikgetriebe auf die Straße gebracht werden. Die Abkürzung CC steht für "Computer Controlled" - mehrere Mikroprozessoren steuern und überwachen sämtliche Bewegungsvorgänge und verhindern so Überlastungen oder gar ein Kippen des Fahrzeuges mit seinem bis auf 30 m Länge ausfahrbaren Leiterpark. Ein weiterer Grund für die Beschaffung war die für GL ("Gelenkleiter") stehende Raffinesse: Der 3,5 m lange oberste Leiterteil, der bis zu einem Winkel von 75° abgewinkelt werden kann und so das Erreichen von Galerien und Dachvorsprüngen ermöglicht. Zusätzlich erreicht das Fahrzeug dadurch eine niedrigere Gesamthöhe und passt so haargenau in die Fahrzeughalle.
Gleichzeitig mit der neuen DLK wurde ein TroLA - ein Trockenlöschanhänger bei der Abt. Leinfelden in Dienst gestellt. An das TLF 24/50 angehängt, erhält man so praktisch ein Universallöschfahrzeug, das alle in der Feuerwehr Verwendung findenden Löschmittel mitführt: Wasser, Schaummittel und Pulver. Die Pulveranlage des TroLA stammt aus dem TroLF 750 und wurde von den Feuerwehrkameraden in Eigenleistung auf den Anhänger aufgebaut. Das nun leere TroLF wurde 1994 (auch wieder in Eigenleistung) zu einem Gerätewagen Atem- und Strahlenschutz (GW-Sonder) umgebaut. Es sorgt bei größeren Einsätzen im Stadtgebiet für den notwendigen Nachschub an Atemschutzgeräten, Druckluftflaschen und Atemschutzmasken.

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 Fuhrpark im Jahre 1991 (Einweihung des Gerätehausumbaus)
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Das neue Jahrtausend (2000 - heute):

2000:
Im Februar 2000 konnten sich die Leinfeldener Aktiven wieder auf ein neues Fahrzeug im Fuhrpark der Wehr freuen. Ein KdoW (Kommandowagen) auf Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell ersetzte das Vorgängermodell, das im Frühjahr 1999 bei einem Unfall auf der Alarmfahrt zu einer Brandmeldeanlage einen Totalschaden erlitt. Bei diesem neuen Fahrzeug handelt es sich um ein Vorführ-und Messe-Fahrzeug, welches fertig ausgerüstet von der DaimlerChrysler AG gekauft wurde.
2001:
Ein neuer Mannschaftsbus konnte feierlich im November 2001 in Dienst gestellt werden. Der Mercedes-Benz Sprinter wurde zusammen mit einem identischen Fahrzeug für die Abt. Echterdingen übergeben. Die ursprünglich weißen Grundmodelle der Busse wurden, wie schon der neue KdoW, anstatt einer roten Lackierung mit einer leuchtroten bzw. reflektierenden Folienbeklebung ganz nach den Wünschen und Vorstellungen der Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen versehen. Der große Vorteil dieser Variante: Sie ist kosten-günstiger gegenüber einer gewöhnlichen Lackierung bei gleicher, sogar verbesserter Warn- und Signalwirkung.
Der Unterrichts- und Versammlungssaal im Obergeschoss des neuen Anbaus wurde im Dezember 2001 in Gedenken an den langjährigen Abteilungs- und Stadtkommandanten Karl Mamber in einer kleinen Feierstunde auf den Namen "Karl-Mamber-Saal" getauft. Anlass war hierfür die Enthüllung eines vom Künstler Walter Schimpf entworfenes Holzrelief. Es zeigt das Porträt von Karl Mamber, umgeben von den Elementen "Feuer" und "Wasser". Von Walter Schimpf stammt auch das Bildrelief im Treppenhaus des Gerätehauses, welches die drei Leinfeldener Ortsteile (Leinfelden, Ober- und Unteraichen) symbolisiert.
2002:
Auf 100 Jahre erfolgreichen Brandschutz durch freiwillige Feuerwehrleute konnte man im Jahr 2002 zurückblicken. Das große Jubiläum der Leinfeldener Abteilung wurde mit einer Vielzahl von Veranstaltungen, allem voran das alljährliche Marktplatzfest mit einem viertägigen Rahmenprogramm im Sommer, gefeiert. Bereits im Juni stellte sich die Abteilung mit einem Tag der Leistungs- und Übungsschau in den drei Ortsteilen Leinfelden, Ober- und Unteraichen der Bevölkerung vor. Höhepunkte an diesem Tag waren eine historische Übung und die anschließende Eröffnung einer feuerwehrgeschichtlichen Ausstellung im Leinfelder Haus. Highlights während des Marktplatzfestes waren u. a. der Festakt, an dem zahlreiche befreundete Feuerwehren aus dem In- und Ausland teilnahmen, die Ausrichtung der Leistungsabzeichen-Abnahme auf Kreisebene sowie das "Festival L-E International" der Stadt Leinfelden-Echterdingen. Hier ließen ein internationaler Spezialitäten- und Schlemmermarkt sowie Darbietungen aller befreundeter Städte und Organisationen der ausländischen Mitbürger der Großen Kreisstadt, die Feierlichkeiten zu einem unvergessenen Erlebnis werden.
2003:
Das Frühjahr 2003 stand aus Sicht der Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen im Zeichen des Wechsel in der Führungsebene. So wurde der neue Stadtkommandant sowie in den Abteilungen Echterdingen, Leinfelden und Musberg je neue Abteilungskommandanten gewählt. In der Leinfelden Abteilung setzte Wolfgang Benz seine Füße in die Stapfen von Vorgänger Werner Kuttler. Dieser begleitet nun das Amt des Stadtkommandanten.
2005:
Fast 10 Jahre nach der Drehleiter konnte wieder ein Großfahrzeug in die Leinfeldener Flotte aufgenommen werden - der neue Rüstwagen. Das knapp 399.000 EUR teure Fahrzeug besitzt im Gegensatz zu herkömmlichen Rüstwagentypen eine Ladebordwand am Heck. Ferner sorgen ein Automatikgetriebe, ABS, Schleuderketten, GPS-Navigation und eine Rückfahrkamera für ein hohes Maß an Komfort und Sicherheit. Da der neue RW hauptsächlich auf den Gebieten der Technischen Hilfeleistung und des Umweltschutzes ausrückt, runden eine umfangreiche Geräteausstattung das neue Fahrzeug ab. Beim Fahrgestell wurde ein Mercedes-Benz Atego 1328 gewählt; der Geräteaufbau stammt aus dem Hause Magirus. Das 280 PS starke Fahrzeug konnte feierlich im April 2005 seiner Bestimmung übergeben werden.
2006:
Als einen "Schwarzer Freitag" in der Geschichte der Abt. Leinfelden ging der 10. März 2006 ein. Auf der Einsatzfahrt zu einem Flughafen-Großalarm verunfallte das TLF 24/50 und stürzte auf einen PKW. Die drei Feuerwehrkameraden des total zerstörten Tanklöschfahrzeugs erlitten glücklicherweise nur leichte Verletzungen, für den PKW-Fahrer kam leider jedoch jede Hilfe zu spät; er verstarb noch an der Unfallstelle.
Erstmals seit 14 Jahren legte im Juni 2006 wieder eine Leinfeldener Gruppe in Remseck am Neckar erfolgreich das baden-württembergische Feuerwehr-Leistungsabzeichen in Gold ab.
Eine etwas ungewöhnlich Übung fand am 29. Juli 2006 statt. Bei der Firma Clariant probten die beiden Feuerwehrabteilungen aus Leinfelden und Stuttgart-Vaihingen gemeinsam erfolgreich den Ernstfall.
2008:
Gleich doppelten Anlass zur Freude hatte die Abteilung im Juli. Im Rahmen des Marktplatzfestes wurden die beiden jüngsten Fahrzeuge - das Löschgruppenfahrzeug LF 10/6 (Mercedes-Benz Atego 1126 mit Rosenbauer-Aufbau) und der Gerätewagen Transport (Mercedes-Benz Sprinter 515 mit Renninger-Aufbau) - in den Einsatzdienst genommen. Die beiden dringend notwendigen Ersatzbeschaffungen u. a. für das verunfallte TLF 24 und den zum Zeitpunkt deutlich über 30 Jahre alten, schwer reparaturanfälligen Atemschutzwagen, sorgen somit für eine deutliche Steigerung der Einsatzbereitschaft und der Schlagkraft der Abteilung.
2009:
Dass eine Feuerwehr-Patenschaft nicht nur auf gegenseitige Besuche und Feierlichkeiten beschränkt ist, machte eine ungewöhnliche Hilfsaktion im Februar 2009 deutlich. Als Zeichen der Freundschaft sahen es die Kameraden aus Leinfelden an, dem an Leukämie (Blutkrebs) erkrankten Kameraden Stefan Häußermann aus Affalterbacher bei seiner Suche nach einem geeigneten Stammzellenspender zu helfen. Bei einer Typisierungsaktion in Affalterbach ließen es sich mehrere Leinfeldener Feuerwehrangehörige nicht nehmen, sich für die Deutschen-Knochenmark-Spenderdatei (DKMS) registrieren zu lassen. Im März wurde dann glücklicherweise ein genetisch übereinstimmender Stammzellenspender gefunden; die Therapie ließ sehr zuversichtlich auf baldige Heilung hoffen. Im Dezember 2009 leider dann der traurige Rückschlag: Stefan Häußermann verlor nach nur einem Jahr nach der Diagnose den Kampf gegen die bösartige und heimtückische Krankheit.
Auf eine 40-jährige tiefe Freundschaft mit der Feuerwehr aus Tornesch-Esingen konnte man im Jahr 2009 erfreut zurückblicken. Ein mehrtägiger Besuchs der norddeutschen Kameraden bildete der Höhepunkt der Feierlichkeiten.

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 "Leinfeldener Löschzug" im Jahre 2003
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