Herzlich willkommen bei der Absturzsicherung LE

Seit über 10 Jahren verfügt die Feuerwehr LE über eine größere Gruppe von Feuerwehrangehörigen, die speziell im Thema Absturzsicherung ausgebildet sind.

Grundsätzlich handelt es sich aber um "alte" Aufgaben, die nun mit neuer Technik bewältigt werden können. Vor langer Zeit erkannte man im Bergsport die tödlichen Gefahren des Anseilens um den Bauch.

In vielen weiteren Jahren entwickelte sich die Anseiltechnik von der Stranguliertechnik bis zum heutigen sicheren und bequemen Sitz- oder auch Hüftgurt. Um maximale Sicherheit zu erlangen, wird der Hüftgurt mit einem Brustgurt ergänzt oder ein Kombigurt eingesetzt.

Das starre Hanfseil wandelte sich hin zum dynamischen Kernmantelseil, durch das ein Sturz wesentlich sanfter und sicherer aufgefangen wird.

Die Feuerwehr hat die Vorteile auch erkannt und setzt die alpinen Erkenntnisse für ihre Anforderungen nach und nach um.

Grundlage ist hierfür die FwDV 1/2. Die vier bei der Feuerwehr LE vorhandenen Gerätesätze Absturzsicherung (GAS) inklusive dem umfassenden Zubehör (u. a. Flaschenzug, Dreibein, etc.) sind zentral bei der Abteilung Leinfelden stationiert und verteilt auf dem Rüstwagen, der Drehleiter und dem LF 10/6 verlastet. Zum Einsatz kommen diese Gerätesätze in Situationen, an denen ein Absturz nicht ausgeschlossen werden kann.

Beispiele: Dach abdecken nach Sturmschäden, Kaminbränden, Schneeräumen auf Hallendächern, erkrankter Kranführer.... Bei letzterem Beispiel ist die Aufgabe jedoch nur zum Kranführer vorzusteigen, diesen zu sichern sowie ersthelferische Maßnahmen und persönliche Betreuung durchzuführen. Es ist nicht die Aufgabe der Absturzsicherung, diese Person frei im hängend Seil nach unten zu befördern! Dies ist Aufgabe der Höhenrettung! Sollte der Kranführer aus eigener Kraft absteigen können, so fällt dies wieder in den Bereich Absturzsicherung.

Die Ausbildung an den Gerätesätzen Absturzsicherung (GAS) fand erstmalig für unsere Wehr abteilungsübergreifend im Frühjahr 2006 statt. Durch einen Einführungsabend, zwei Theorieabende sowie zwei praktischen Samstagen sind die Teilnehmer aller vier Abteilungen im Umgang mit dem GAS, dessen Anwendung und Pflege ausgebildet worden.

Schwerpunkte sind der Unterschied und die Anwendungen von HALTEN und AUFFANGEN. Auch Selbstretten und die Anwendung des GAS über Top-Rope (also mit Hilfe der Drehleiter) werden praxisgerecht geübt.

In einem stillgelegten Silogebäude sowie an einem ehemaligen freistehenden Holzmehlsilo der Firma Roto Frank AG, die uns beide das Unternehmen dankenderweise als erstklassige Ausbildungs- und Übungsmöglichkeiten zur Verfügung stellt, können die unterschiedlichen Themenbereiche der Absturzsicherung, wie etwa der senkrechte und waagerechte Vorstieg oder das Halten, situationsgerecht und praktisch geübt werden.

Um den erworbenen Ausbildungs- und Kenntnisstand zu erhalten und weiter auszubauen, sind zusätzliche und regelmäßige Übungen notwendig, die an jedem ersten Montagabend ab 19.30 Uhr im Monat durchgeführt werden. Ferner werden zusätzliche Sonderausbildungen, beispielsweise bei einem speziellen Höhenrettungs-Ausbildungs- und Trainingszentrum angeboten.

Stefan Single
Leiter Absturzsicherung