Absturzsicherung bei der Freiwilligen Feuerwehr LE


Seit dem Frühjahr 2006 verfügt die Stadt LE über speziell ausgebildetet Feuerwehrleute zum Thema Absturzsicherung.
Grundsätzlich handelt es sich aber um "alte" Aufgaben, die nun mit neuer Technik bewältigt werden können. Vor langer Zeit erkannte man im Bergsport die tödlichen Gefahren des Anseilens um den Bauch.
In vielen weiteren Jahren entwickelte sich die Anseiltechnik von der Stranguliertechnik bis zum heutigen sicheren und bequemen Sitz- oder auch Hüftgurt. Um maximale Sicherheit zu erlangen, wird der Hüftgurt mit einem Brustgurt ergänzt oder ein Kombigurt eingesetzt.
Das starre Hanfseil wandelte sich hin zum dynamischen Kernmantelseil, durch das ein Sturz wesentlich sanfter und sicherer aufgefangen wird.
Die Feuerwehr hat die Vorteile auch erkannt und setzt die alpinen Erkenntnisse für ihre Anforderungen nach und nach um.
Grundlage ist hierfür die FwDV 1/2. Die vier bei der Feuerwehr LE vorhandenen Gerätesätze Absturzsicherung (GAS) sind zentral bei der Abteilung Leinfelden auf dem Rüstwagen und der Drehleiter verlastet. Zum Einsatz kommen diese Gerätesätze in Situationen, an denen ein Absturz nicht ausgeschlossen werden kann.
Beispiele: Dach abdecken nach Sturmschäden, Kaminbränden, erkrankter Kranführer.... Bei letzterem Beispiel ist die Aufgabe jedoch nur zum Kranführer vorzusteigen, diesen zu sichern sowie ersthelferische Maßnahmen und persönliche Betreuung durchzuführen. Es ist nicht die Aufgabe der Absturzsicherung, diese Person frei im hängend Seil nach unten zu befördern! Dies ist Aufgabe der Höhenrettung! Sollte der Kranführer aus eigener Kraft absteigen können, so fällt dies wieder in den Bereich Absturzsicherung.
Die Ausbildung an den Gerätesätzen Absturzsicherung (GAS) fand erstmalig für unsere Wehr abteilungsübergreifend im März/April 2006 statt. Durch einen Einführungsabend, zwei Theorieabende sowie zwei praktischen Samstagen sind die Teilnehmer aller vier Abteilungen im Umgang mit dem GAS, dessen Anwendung und Pflege ausgebildet worden.
Schwerpunkt war der Unterschied und die Anwendungen von HALTEN und AUFFANGEN. Auch Selbstretten und die Anwendung des GAS über Top-Rope (also mit Hilfe der Drehleiter) wurden praxisgerecht geübt.
Bei der Fa. Roto-Frank in Leinfelden fanden wir erstklassige
Übungsmöglichkeiten vor. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken!
In einem stillgelegten Gebäude wurde der senkrechte und waagerechte Vorstieg geübt, an einem ehemaligen Silo und an
verschiedenen Dachaufstiegen ebenfalls der senkrechte Vorstieg bzw. das Halten.
Die Gruppen wurden an den einzelnen Stationen durch verschiedene Ausbilder betreut.
Um den erworbenen Kenntnissstand zu erhalten und auszubauen, sind zusätzliche Übungen notwendig.
Interessante Übungsmöglichkeiten sind uns gerne willkommen.
Timo Balbach
Leiter Absturzsicherung
Carsten A. Stierle
Stv. Pressesprecher
Freiwillige Feuerwehr
Leinfelden-Echterdingen
