Großübung im Schönbuch, bisher größte Waldbrandübung in der Geschichte der BRD

Feuerbekämpfung in den Wäldern und Wiesen des Schönbuchs
(jos) Noch nie zuvor wurde so hautnah geübt: Der Schönbuch brannte, und zum ersten Mal hatten die Floriansjünger selbst Feuer gelegt. Nie waren auch so viele Feuerwehrleute im Einsatz wie bei der Waldbrandübung "Schönbuch 1983" - über 1300 freiwillige Helfer. Aber nicht nur die Wehren, auch das Technische Hildswerk, die Bundeswehr, das Deutsche Rote Kreuz, Forstbeamte, die Polizei, die US-Armee und französische Streitkräfte waren am Samstagvormittag im Einsatz. "Die Koordinierung hat ausgezeichnet geklappt", gab Staatssekretär Robert Ruder vom Innenministerium zu verstehen.
Gigantisch war der Aufwand, der für die "Waldbrandübung Schönbuch 1983" getrieben wurde. Etwa 250 Einsatzfahrzeuge; zwölf Löschwasserbehälter, zehn Hubschrauber vnd vier Motorsporflugzeuge standen zwischen Herrenberg und Filderstadt im Aufgebot.
Tausenden auf den Fildern war der Schlummer am Samstagvormittag nicht vergönnt, denn schon vor sechs Uhr heulten die Feuersirenen von den Dächern. Das war der "Anpfiff" der Waldbrandübung für die Mannen der Freiwilligen Feuerwehr. Allein aus dem Fildergebiet kamen 180 der "Floriansjünger": Filderstadt, Waldenbuch, Leinfelden-Echterdingen, Ostfildern, Steinenbronn sowie Neuhausen und die Stuttgarter Berufsfeuerwehr stellten ihre Helfer zur Verfügung.
So loderte es auf einer großen Windwurffläche zwischen Neuhausen und Waldenbuch, im Bereich der »Kohlplatte" lichterloh - großes, meterhoch aufgeschichtetes Reisighaufen, über 50 Meter lang, waren von den Feuerwehren in Brand gesteckt worden. Die nächstliegenden Wehren aus Neuhausen, Filderstadt und anderen Fildergemeinden kamen dort unter der Leitung von Kreisbrandmeister Spieth, dem Abschnittschef für den Gesamtbereich Ost, an sechs Brandherden zum Einsatz. Zur Bekämpfung waren Hubschrauber mit Löschwassertanks angefordert worden. "Die großen Brandstellen wurden schnell beherrscht", gab der Filderstädter Stadtbrandmeister Erich Maier zuverstehen.
Bei der Brandstelle Nummer acht am Weißen Häußle (Nähe Glashütte) hatten sich die Schiedsrichter einen besonderen Gag einfallen lassen: Ein Vergaserbrand an einem Fahrzeug, außerdem geriet eine kleine Gerätehütte mit 25 Sack Nitrophoska in Brand. Diese "Sondereinlage" machte der Wehr aus Filderstadt zu schaffen.
Die Filderstädter mußten ein zweites Fahrzeug anfordern, bis sie den Brand unter Kontrolle brachten. "Nach kurzer Zeit waren wir aber Herr der Lage", betonte der Sielminger Abteilungskommandant Gottlob Dahler.
Begeistert waren auch die überaus zahlreichen Gäste, die aus vielen Ländern der Europäischen Gemeinschaft angereist waren. Zufrieden war auch Kreisbrandmeister Spieth mit seinen Mannen. Der Stuttgarter Branddirektor Hans Hertel, aus dessen Gerätebestand unter anderem der Wechsellader mit Kran und der Katastrophenleitwagen kam, sprach seinen sieben Feuerwehrleuten großes Lob aus: "Aus meiner Sicht gab es keine Probleme und die Zusammenarbeit mit den freiwilligen Helfern hat hervorragend geklappt, aber das sind wir in Stuttgart schon gewohnt".
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Carsten A. Stierle
Pressesprecher
Freiwillige Feuerwehr
Leinfelden-Echterdingen
www.feuerwehr-LE.de
