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Große Notfallübung auf dem Stuttgarter Flughafen


Über 1000 Personen waren am Samstag, 16. April 2005, an der bisher größten Notfallübung beteiligt, die am Flughafen Stuttgart abgehalten wurde.

 

Unter der Überschrift „Filder Airport 2005“ übten von 14 bis 18 Uhr Rettungskräfte aus der gesamten Flughafenregion den Ernstfall. Bei einem simulierten Flugzeugunglück wurden bestehende Notfallplanungen überprüft und geprobt, ob das Zusammenspiel der Einsatzkräfte reibungslos funktioniert.

 

In einer ersten Stellungnahme zeigte sich der Vertreter des Esslinger Landratsamts als Aufsichtsbehörde, Landrat Heinz Eininger, zufrieden mit dem Ablauf: "Ohne der abschließenden Übungsauswertung vorgreifen zu wollen, habe ich den Eindruck, dass alle an der Übung Beteiligten großes Engagement und Können an den Tag gelegt haben. Solche Großübungen sind absolut notwendig um für eventuelle Notfälle gewappnet zu sein, die hoffentlich nie Realität werden. Mein herzlicher Dank gilt allen Übungsmitwirkenden, die ihren Samstag geopfert haben." Die ausführliche Analyse der Übung werde frühestens in mehreren Wochen vorliegen.

 

Als Vertreter des Flughafens äußerte sich Geschäftsführer Walter Schoefer zum Einsatz der Flughafenfeuerwehr: „Der erste Eindruck ist, dass unsere Männer äußerst schnell vor Ort waren und dort bis zum Eintreffen der externen Kräfte sehr gut gearbeitet haben. Bei einem Unfall, wie er hier simuliert wurde, kommt es auf die ersten Minuten an – und da hat alles so geklappt, wie das immer wieder in der Theorie durch gespielt wurde.“

 

Für den Feuerwehrkommandanten des Flughafens, Siegfried Schmid, sind solche Übungen trotz des hohen personellen und finanziellen Aufwands auch künftig unverzichtbar:“ Das, was die Männer bei so einer Übung an Erfahrung gewinnen, kann man durch keinen theoretischen Unterricht erreichen.“

 

Im Einsatz waren neben der Flughafenfeuerwehr und der Berufsfeuerwehr Stuttgart auch freiwillige Feuerwehren aus den Anrainergemeinden, die Deutsche Rettungsflugwacht, das Deutsche Rote Kreuz, die US-Feuerwehr am Flughafen und weitere Organisationen und Behörden. Der gedachte Übungsverlauf sah folgendes Szenario vor: ein anfliegendes Flugzeug der Gesellschaft Ground Air mit 30 Passagieren an Bord kollidiert mit einer Maschine der Filder- Airlines, die nach Fehlinterpretierung eines Funkspruchs zu früh auf die Startbahn gerollt war.

 

Eine ausrangierte Tupolev 154, die am Flughafen für Berge- und Katastrophenübungen benutzt wird, wurde auf dem Vorfeld des Frachthofs realitätsnah als verunglückte Filder- Airlines-Maschine hergerichtet. Das fiktive Unglück ereignete sich um14 Uhr, bereits drei Minuten später war die Flughafenfeuerwehr für Löscharbeiten und Erstversorgung vor Ort. Die bei einem Großalarm vorgesehene Alarmierungskette der externen Rettungskräfte wurden aktiviert, wobei es durch die mit Blaulicht und Martinshorn anrückenden Helfer auf den Straßen in der Umgebung kurzfristig zu leichten Verkehrsbehinderungen kam.

 

138 ehrenamtliche Verletztendarsteller wurden entsprechend geschminkt und von Ersthelfern des Flughafens und Notärzten versorgt, wobei auch die im Katastrophenfall übliche Triage, d.h. die Einteilung der Überlebenden nach dem Schweregrad der Verletzung, trainiert wird. Insgesamt waren 650 Einsatzkräfte und 150 Einsatzfahrzeuge vor Ort. Dazu kamen etwa 300 Fachbeobachter.

 

Hauptsächliche Ziele der Übung waren neben der Verletztenversorgung auch die schnelle Ermittlung der Passagierdaten an der Unfallstelle und der Datenaustausch zwischen dem Kreisauskunftsbüro, der zuständigen Feuerwache und der Polizei mittels einer neuen Software. Auch die Betreuung von Angehörigen und Abholern und die Information der Medien wurden bei der Übung überprüft.

 

Die Experten der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung (BFU) übten darüber hinaus im Anschluss an die Bergung der Verletzten die Spurensicherung nach einem Flugzeugunglück.

 

Zu den Bilder der Freiwilligen Feuerwehr Leinfelden-Echterdingen von der Übung gelangen Sie hier:

(Fotos: Carsten A. Stierle, Pressesprecher)

 

Quelle: www.flughafen-stuttgart.de Pressestelle Flughafen Stuttgart

 

Bitte beachten Sie auch die Seiten des THW Neuhausen. Hier sind ebenfalls interessante Bilder entstanden.

 


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